Stark schwefelhaltige Schweröle als Treibstoff für Schiffe stehen seit gut einem Jahr unter Bann. Daher wurden Schiffe verstärkt mit Reinigungsanlagen ausgerüstet, sogenannten Scrubbern. Nach einer neuen Studie des Internationalen Rates für sauberen Verkehr (ICCT) könnte damit allerdings der Umwelt ein Bärendienst erwiesen worden sein.

Denn tatsächlich leite die Technologie, die Luftverschmutzung durch Schiffe reduzieren soll, die Verschmutzung aus der Luft ins Meer, heißt es in der am Donnerstag veröffentlichten Studie des ICCT (International Council on Clean Transportation). »Das Waschwasser der Scrubber ist saurer als Meerwasser und enthält polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAHs), Nitrate, Sulfate und Schwermetalle, die alle der Tierwelt schaden und die Wasserqualität verschlechtern können.«

»Die Anzahl der Schiffe, die Scrubber einsetzen, ist als Reaktion auf die 0,5-Prozent-Schwefelvorschrift der IMO für 2020 stark angestiegen«, heißt es weiter. Ohne zusätzliche Vorschriften würden zehn Milliarden Tonnen Waschwasser jährlich in die Meere geleitet, 80 Prozent davon innerhalb von 200 Seemeilen vor den Küsten. »Die tatsächlichen Einleitungen könnten höher sein, da wir konservative Schätzungen für die Waschwasserdurchflussraten verwendet haben und die mit Scrubbern ausgestattete Flotte jetzt mehr als 4300 Schiffe umfasst«, so die ICCT-Wissenschaftler.

Drei Schwerpunkte der Verschmutzung

Als »Hot spots« nennt das ICCT die Meere rund um Europa, die Straße von Malakka in Südostasien sowie die Karibik. Für den Großteil der Scrubber-Einträge seien Containerschiffe, Massengutfrachter und Öltanker verantwortlich.

Der verstärkte Einsatz von Scrubbern ist eine Reaktion auf strengere Vorschriften der internationalen Schifffahrtsorganisation IMO, nach denen seit 2020 der Brennstoff für Dieselmotoren an Bord nicht mehr als 0,5 Prozent Schwefel enthalten darf. Davor waren es 3,5 Prozent. Auf Nord- und Ostsee sowie in den deutschen Häfen…