Süßwaren-Hersteller
Schokoladenfabrikant Alfred Ritter: „Bio ist bei uns gescheitert“

Nach der Einführung einer hauseigenen Bio-Schokoladenlinie zieht Alfred Theodor Ritter eine ernüchternde Bilanz

© Patrick Seeger / Picture Alliance / DPA

Der Schokoladenhersteller Ritter Sport betrachtet eine hauseigene Bio-Schokolinie als gescheitert. Offenbar sei vielen Menschen Bio-Qualität bei Schokolade nicht so wichtig, heißt es von Unternehmensseite.

Der Schokoladenhersteller Ritter Sport sieht im Verkauf von Bio-Schokoladen kein attraktives Geschäftsmodell. Bio sei bei Ritter Sport „gescheitert“, sagte der Chef des Unternehmens Alfred Theodor Ritter jetzt in einem Interview mit dem „Spiegel“.

Jahrelang habe er versucht, eine Bio-Schokolinie im Unternehmen zu etablieren. Immer wieder habe er mit diesem Ansinnen auch die Marketingabteilung gequält. „Am Ende haben wir aufgegeben. Die Leute haben einfach gesagt: Bio ist zu teuer, schmeckt nicht, ist was für Menschen mit kratzigen Pullis und Birkenstock-Sandalen.“

Bio-Schokolade wurde zum Ladenhüter

Auf dpa-Anfrage teilte das Unternehmen mit, dass es von 2008 bis 2018 ein Bio-Sortiment im Angebot hatte. Die Geschäfte seien aber nicht gut gelaufen. Offenbar sei vielen Menschen Bio-Qualität bei Schokolade nicht so wichtig wie bei anderen Lebensmittelprodukten wie Milch, sagte ein Unternehmenssprecher.

Der 68-jährige Ritter-Sport-Chef betonte, nach dem gescheiterten Versuch brauche er seine Firma nicht mehr mit neuen Bio-Geschäftsideen zu behelligen. Ein konsequentes Umstellen der Ritter-Sport-Produktion auf Bio-Qualität hätte bedeutet, „die Hälfte der Belegschaft zu entlassen“, weil der Absatz dann gesunken wäre, so Ritter.

ali
dpa

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