Vor dem Amtsgericht in Düsseldorf hat der Prozess gegen den ehemaligen Fußball-Nationalspieler Christoph Metzelder begonnen. Im Hauptverfahren soll die vorsitzende Richterin entscheiden, ob die Vorwürfe des Besitzes und der Weiterleitung von Material, das sexuelle Gewalt gegen Kinder und Jugendliche zeigt, zutreffen. Der Besitz bezieht sich auf einen Fall, die Weiterleitung auf 29 Fälle. Die Bilder und Videos, um die es geht, sollen eindeutige sexuelle Handlungen an Minderjährigen zeigen, unter anderem Jungen und Mädchen unter zehn oder unter 14 Jahren. In einem Fall war von einem „Kleinkind“ in stark sexualisierter Pose die Rede.

Metzelder hatte beim Betreten des Gerichtsgebäudes am Donnerstagmorgen seinen ersten öffentlichen Auftritt seit dem Bekanntwerden der Vorwürfe im September 2019. Metzelders Anwalt Ulrich Sommer hatte zuletzt erklärt, sein Mandant sei offensichtlich auf der Suche nach einem sexuellen „Kick“ gewesen – mit „Dingen, die man tunlichst nicht angefasst haben sollte“. Der 40-Jährige sei aber „natürlich nicht“ pädophil: „Das weiß auch die Staatsanwaltschaft.“ 

Erstes Statement vor Gericht

Metzelder, der 2002 mit dem DFB-Team Vize-Weltmeister geworden war, hatte sich zuvor nicht öffentlich geäußert. Vor Gericht schilderte er seinen Lebenslauf, seine sportliche Karriere, und sprach über sein soziales Engagement, „auf das ich sehr stolz bin“. „Der 3. September 2019 war eine Zäsur, beruflich, gesellschaftlich, privat“, sagte er.

Erster Auftritt in der Öffentlichkeit seit September 2019: Christoph Metzelder vor dem Amtsgericht Düsseldorf

Er lebe „seitdem zurückgezogen, alle beruflichen und gesellschaftlichen Engagements ruhen oder sind bereits beendet“. Das Bundesverdienstkreuz und den Landesverdienstorden NRW wolle er „aus Respekt vor jetzigen und künftigen Preisträgern“ zurückgeben. Zu den Vorwürfen äußerte er sich zunächst aber nicht.

Metzelder „über sich selbst erschrocken“

Metzelder hatte seine Fußball-Karriere, in der er…