„Wir sind noch gut im Zeitplan“, sagt Sportmediziner Wilhelm Bloch mit Blick auf die anstehende Impfung der deutschen Olympia- und Paralympics-Starter. Ab dem kommenden Montag sollen nach Angaben des Bundesinnenministeriums allen, die schon für die Spiele in Tokio qualifiziert sind oder gute Chancen darauf haben, ein Impfangebot gemacht werden. „Für die Sportler wäre die erste Maihälfte für eine Impfung optimal“, erklärt Bloch, der als Professor an der Deutschen Sporthochschule in Köln arbeitet, im Gespräch mit der DW. „Dann wäre man bei Ende Juni für die zweite Impfung, und es bleibt noch genug Zeit bis zum Beginn der Olympischen Spiele [am 23. Juli – Anm. d. Red.]. Wenn es später wird, machen ein paar Tage Trainingsausfall deutlich mehr aus und sind schwerer einzuplanen.“

15 Prozent der Olympiafahrer schon geimpft

Das Bundesinnenministerium geht von rund 1400 Personen aus, die vor den Spielen in Tokio geimpft werden müssen. Sie sollen einen sogenannten mRNA-Impfstoff erhalten. Diese Vakzine, die aktuell von den Unternehmen Biontech/Pfizer und Moderna angeboten werden, stimulieren die körpereigene Immunabwehr, indem den Zellen – vereinfacht gesagt – eine Bauanleitung des Coronavirus zugeführt wird.

Nach Angaben des Deutschen Olympischen Sportbunds (DOSB) liegt die Zahl der Sportlerinnen und Sportler, die eine Impfung kategorisch ablehnen, unter zehn Prozent. Etwa 15 Prozent der deutschen Olympia-Fahrer sind bereits geimpft.

Ein bis drei Tage Trainingsausfall

Für Sportmediziner Bloch ist die Impfung lediglich „ein kleiner Eingriff in den Trainingsablauf, der von den Trainern und Betreuern gut zu managen ist und der sich am Ende des Tages nicht auf die Leistungsfähigkeit in Tokio auswirken sollte“. Der Wissenschaftler rechnet mit ein bis drei Tagen Trainingsausfall: „Gerade nach der zweiten Impfung sollte man am Tag danach auf keinen Fall trainieren. Danach muss man das Training nach dem individuellen Empfinden einstellen.“ Jenen Athleten, die bereits eine…