Bei einem Überraschungsbesuch in der afghanischen Hauptstadt Kabul äußerte Bundesaußenminister Heiko Maas gegenüber Präsident Aschraf Ghani die Hoffnung, dass die radikalislamischen Taliban den im Mai beginnenden Abzug internationaler Soldaten nicht zu Anschlägen nutzen werden.

Maas hob hervor, dass er mit seinem Besuch der afghanischen Regierung klar machen wolle, dass Deutschland zwar sein Militär abzieht, aber politisch und finanziell weiter Hilfe leisten werde. Dies gelte auch für den Aufbau der Armee und der Polizei, soweit dies möglich sei.

Finanzhilfe abhängig von Menschenrechtslage

Dafür hat Deutschland im laufenden Jahr 430 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Für die nächsten Jahre bis 2024 wurde die gleiche Summe in Aussicht gestellt. Allerdings will die Bundesregierung die Zahlungen von der Entwicklung des Friedensprozesses und auch von Faktoren wie der Menschenrechtslage abhängig machen. 

Maas wies den Vorwurf zurück, dass in den vergangenen 20 Jahren Anwesenheit internationaler Truppen und in Afghanistan nichts erreicht worden sei. Es gebe heute Bildungsangebote für alle, auch für Mädchen, sagte er. Es gebe mehr Rechte für Bürger, das Durchschnittseinkommen sei deutlich gestiegen. Er setze darauf, dass auch die Taliban kein Interesse daran haben könnten, dass Afghanistan wieder ins Chaos versinke.

Maas dankt deutschen Soldaten in Masar-i-Scharif

Bei einem Kurzbesuch deutscher Truppen im nordafghanischen Masar-i-Scharif bedankte sich Maas bei den Soldaten für ihren Einsatz am Hindukusch. Was auch dank der internationalen Truppen aufgebaut worden sei, habe das Land weit vorangebracht und daher nicht umsonst gewesen.

Soldaten der Afghanischen Nationalarmee werden von Bundeswehrsoldaten an Waffen ausgebildet

Als offizieller Starttermin des Abzugs der NATO-Truppen gilt der 1. Mai. Die Vorbereitungen auf den einzelnen Stützpunkten laufen aber bereits auf Hochtouren – auch bei der Bundeswehr. Deutschland stellt nach den USA das zweitgrößte…