Da steht er nun. Joe Biden wirkt wie ein Mann, der mit sich und seiner bisherigen Arbeit als US-Präsident mehr als zufrieden ist.

»Amerika ist wieder in Bewegung«, ruft er in den Saal. »Wir arbeiten wieder, wir träumen wieder, und wir führen die Welt wieder an.«

Es ist Joe Bidens erste große Rede als Präsident vor beiden Kammern des Kongresses. Dieser Auftritt ist in jeder Hinsicht ungewöhnlich. Wegen der Coronakrise ist der große Saal des US-Repräsentantenhauses lediglich mit gut 200 Abgeordneten gefüllt. Die anderen Volksvertreter und Hunderte Ehrengäste, die üblicherweise bei diesem Anlass dabei wären, müssen die Rede aus der Ferne am TV verfolgen.

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Ungewöhnlicher Anblick: Wegen Corona blieben viele Plätze leer

Foto: Jonathan Ernst / AP

Und auch das ist historisch: Erstmals sitzen hinter dem Präsidenten auf dem Podium zwei Frauen. Nancy Pelosi, die Sprecherin des Repräsentantenhauses, und Kamala Harris, die Vizepräsidentin und Präsidentin des Senats, leiten diese Sondersitzung des Kongresses. Biden weist ausdrücklich darauf hin: »Zwei Frauen sitzen hier hinter mir. Das wurde auch wirklich Zeit.«

Der Auftritt ist ein großes Spektakel, fast alle wichtigen TV-Sender übertragen die Rede des Präsidenten zur besten Sendezeit selbst in den hintersten Winkel der USA. Biden nutzt die Bühne, um seine wichtigste Botschaft unters Volk zu bringen: Er verspricht nach der Coronakrise nicht weniger als einen Neustart für das gesamte Land. »Wir sind die Vereinigten Staaten von Amerika«, ruft er voller Pathos in den Saal. »Gemeinsam können wir alles erreichen.«

Pläne für sechs Billionen Dollar

Dass sich Biden als Präsident viel vorgenommen hat, zeichnete sich bereits seit einiger Zeit ab. Doch in dieser Rede wird erstmals deutlich, wie grundlegend der neue Präsident die USA umkrempeln will. Biden meint es wirklich ernst: Nicht kleckern, sondern klotzen, lautet die Devise.

Er plant neue, gigantische…