100 Tage Joe Biden: Traditionsgemäß hält der US-Präsident seine erste Rede vor beiden Kammern des Kongresses.

Gleich zu Beginn: Ein Moment, den es in der Geschichte der USA noch nie gegeben hat.

Joe Biden, US-Präsident:

»Vielen Dank, Ihnen allen. Frau Sprecherin, Frau Vizepräsidentin. Kein Präsident hat jemals von diesem Podium aus diese Worte gesagt. Kein Präsident jemals, und es ist an der Zeit!«

Seinen Amtsvorgänger Donald Trump erwähnt er in seiner Rede namentlich nicht. Stattdessen hagelt es Seitenhiebe für dessen Politik:

Joe Biden, US-Präsident

»Ich stehe heute Abend hier, einen Tag vor dem 100. Tag meiner Amtszeit. Hundert Tage, seit ich den Amtseid abgelegt und meine Hand von unserer Familienbibel gehoben habe und eine Nation geerbt habe, die sich in einer Krise befand – die schlimmste Pandemie seit einem Jahrhundert, die schlimmste Wirtschaftskrise seit der Großen Depression, der schlimmste Angriff auf unsere Demokratie seit dem Bürgerkrieg. Jetzt, nach nur 100 Tagen, kann ich der Nation berichten, dass Amerika wieder auf dem Vormarsch ist.«

Auch wenn wegen der Corona-Regeln verhältnismäßig wenige Abgeordnete im Raum sind, fällt der Applaus energisch aus. Doch viele Republikaner reißt die Rede Bidens nicht von den Stühlen. Ted Cruz, republikanischer Senator aus Texas und Trump-Unterstützer, scheint die Rede zu langweilen. Ein späterer Tweet bestätigt diesen Eindruck.

Biden nutzt seine Rede, um für die umfangreichen und teuren Reformen zu werben, die seine Regierung durchsetzen möchte. Insgesamt ´vier Billionen Dollar soll der Wiederaufbau des Landes kosten. Der Präsident will mehr Arbeitsplätze schaffen und die marode Infrastruktur verbessern.

Angesichts der Fülle der Herausforderungen will Biden Aufbruchsstimmung verbreiten:

Joe Biden, US-Präsident:

»Nach 100 Tagen voll Rettung und Erneuerung ist Amerika bereit zum Abflug! Wir arbeiten wieder, träumen wieder, entdecken wieder und führen die Welt wieder an.«