Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat Coronaimpfungen für Kinder über zwölf Jahren in den Sommerferien in Aussicht gestellt. Spahn sagte bei einer Pressekonferenz, er rechne mit einer zügigen Zulassung der Impfstoffe für Kinder in dieser Altersgruppe. Der nächste Schritt sei dann die Zulassung für jüngere Kinder. Die Kinderärzte könnten dann mitimpfen. Er müsse das aber noch mit den Ländern besprechen.

Der Juni sollte indes nicht mit Erwartungen überfrachtet werden, sagte Spahn. Es könnten dann nicht plötzlich alle geimpft werden. Spätestens in den Sommerferien sollten die Über-12-Jährigen dann aber an der Reihe sein können.

Auf die Frage, ob Kinder bei der Priorisierung bevorzugt werden sollten, erklärte Spahn, die Priorisierung gehe von den schwersten Verläufen nach einer Infektion aus. Er verstehe, dass Normalität in Schulen und Hochschulen wichtig sei. Aber es dauere nicht mehr lang, bis mehr Menschen einen Impfschutz erhalten könnten. »Wir reden doch hier über Wochen«, sagte Spahn. Er wisse, wie hart jeder Tag sei, bat aber dennoch um ein wenig Geduld.

»Die Infektionszahlen scheinen sich auf hohem Niveau zu stabilisieren«

Spahn äußerte sich auch zum Infektionsgeschehen. »Die Infektionszahlen scheinen sich auf hohem Niveau zu stabilisieren«, sagte Spahn. »Das reicht aber insgesamt noch nicht.« Intensivstationen seien in vielen Regionen noch zu voll. Sinkende Zahlen seien die Voraussetzung für Lockerungen. Natürlich habe er sich in den vergangenen Tagen gefreut, dass die Zahlen leicht zurückgingen, sagte Spahn. Das sei ein gutes Signal, aber zwei, drei Tage seien noch kein Trend. Zielmarke seien Inzidenzen unter 100.

Lothar Wieler, der Präsident des Robert Koch-Instituts, ergänzte, dass die einzelnen Bundesländer sehr unterschiedliche Zahlen meldeten. »Wir müssen einfach lernen, dass wir genauer hinschauen«, sagte er. »Es ist zu früh, um von einem Trend zu reden«, sagte Wieler. »Die Pandemie ist leider noch nicht vorbei«.

Spahn…