Studie
Die Erbschaft entscheidet, ob Millennials gut leben können oder knausern müssen

Reiche Eltern führen zu reichen Kindern – in einem neu dagewesenen Maßstab. 

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von Gernot Kramper

29.04.2021, 06:28 Uhr

Noch nie wurde so viel vererbt wie heute. Doch der Segen ist höchst ungleich verteilt: Die einen können sich dank Erbe ein luxuriöses Leben leisten, die anderen werden abgekoppelt, sagt eine britische Studie.

In allen Industrieländern ist der Traum vom massenhaften Aufstieg ganzer Schichten ausgeträumt. Tatsächlich besteht die begründete Annahme, dass die Millennials, also die in den 1980er-Jahren Geborenen, nicht das Einkommensniveau der vorhergehenden Generationen erreichen. Und dies, obwohl Einkommen und Reichtum auf nationaler Basis nach wie vor wachsen.

Kolumne

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In Großbritannien hat das Institute for Fiscal Studies (IFS ) genauer hingeschaut, was es für diese Generation bedeutet, wenn einerseits das Arbeitseinkommen im Generationenvergleich stagniert oder sogar abnimmt, umgekehrt aber das Kapital, das vererbt wird, permanent zunimmt. Die Fragen stellen, heißt sie praktisch beantworten: Die Bedeutung von „Erbschaft“ beziehungsweise Zuwendungen an die späteren Erben zur Lebenszeit nimmt zu.

Nie wurde mehr geerbt als heute

Wer in den 1960ern Jahren geboren wurde, konnte durchschnittlich neun Prozent seines Lebenseinkommens als Erbe erwarten, bei den in den 1980er-Jahren Geborenen sind es dagegen schon 16 Prozent. Tendenz weiter steigend. Für die Generation als Ganzes mag es noch erfreulich sein, dass sie von den Altvorderen soviel hinterlassen bekommt, wenn die steigende Zahl des Erbanteils nicht mit stagnierenden Einkommen verbunden wäre. Doch weil die…