Die Zahl der Nachweise der in Indien entdeckten Corona-Variante B.1.617 in Deutschland bleibt laut einem Bericht des Robert Koch-Instituts (RKI) relativ gering. Bisher sei sie »nur vereinzelt« in untersuchten Proben entdeckt worden, heißt es darin. Nämlich 22 Mal.

In der Vorwoche hatte das Institut von 21 Funden gesprochen. Laut Bericht bleibt es hierzulande bei der Dominanz der besonders ansteckenden Variante B.1.1.7, die sich in den vergangenen Monaten rasch ausgebreitet hatte: Es sei »keine Abschwächung« zu beobachten, schreibt das RKI über die in Großbritannien entdeckte Mutante. B.1.1.7 macht demnach inzwischen 87,8 Prozent des Infektionsgeschehens in Deutschland aus.

B.1.617 nicht als besorgniserregend eingestuft

Bei den beiden anderen als besorgniserregend eingestuften Varianten aus Südafrika (B.1.351) und Brasilien (P.1) bleiben die Anteile konstant gering, bei einem Prozent und weniger, wie aus den Daten hervorgeht. In Deutschland wird allerdings nur ein Bruchteil der Proben mit sogenannter Gesamtgenomsequenzierung auf Varianten untersucht.

Die in Indien kursierende Variante B. 1.617 steht bei der Weltgesundheitsorganisation (WHO) unter Beobachtung und ist im Gegensatz zu B.1.1.7, B.1.351 und P.1 nicht als besorgniserregend eingestuft. Bei Varianten geht es Experten um die Frage, ob eine verringerte Wirksamkeit der Immunantwort und/oder eine erhöhte Übertragbarkeit vorliegt. Um die Frage beantworten zu können, ob dies bei der in Indien entdeckten Variante der Fall ist, fehlen gesicherte Erkenntnisse. Die rasche Ausbreitung in dem Land könnte auch mit anderen Faktoren wie etwa der hohen Bevölkerungsdichte, der geringen Impfrate und der Sorglosigkeit bei religiösen Festen sowie Wahlkampfveranstaltungen zusammenhängen.

Der Ansicht ist auch der Berliner Virologe Christian Drosten: »Wenn viele Leute zur gleichen Zeit infiziert werden, dann hat man auch bei den jüngeren Altersgruppen auf einmal, absolut gesehen, ganz viele Kranke in einem kurzen…