Die Corona-Impfkampagne in Deutschland kommt immer schneller voran, inzwischen haben mehr als 20 Millionen Menschen eine erste Dosis Impfstoff erhalten. Eine Gruppe ging bei den Impfungen jedoch bislang leer aus: Kinder und Jugendliche, für die die Vakzinen bislang nicht zugelassen sind. Auch Eltern werden bei der Impfreihenfolge bislang nicht gesondert berücksichtigt.

Der FDP-Familienpolitiker Grigorios Aggelidis fordert deshalb eine frühere Coronaimpfung für Eltern. »Wir müssen jetzt rasch einen Schutzwall um Kinder aufbauen, indem wir auch Eltern bevorzugt impfen«, sagte der Bundestagsabgeordnete der Nachrichtenagentur dpa. Er regte an, Eltern ab Mitte Mai zu Impfungen einzuladen.

Bis dahin sei voraussichtlich genügend Impfstoff vorhanden. »Auch Lehrer und Erzieher haben wir wegen ihrer Systemrelevanz bevorzugt geimpft«, sagte Aggelidis. »Eltern sind noch mehr Bindeglied zwischen Kindern und dem Rest der Gesellschaft und könnten somit eine Schlüsselrolle einnehmen.«

Kinderärzte: »Es geht dabei nicht nur um Schule und Kita«

Der Präsident des Berufsverbands der Kinder und Jugendärzte (BVKJ), Thomas Fischbach, nannte es »sehr sinnvoll, Eltern vor kinderlosen Erwachsenen im selben Alter zu impfen«. Auch Kinder müssten geschützt werden, damit sie wieder am gesellschaftlichen Leben teilhaben könnten, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. »Es geht dabei nicht nur um Schule und Kita, sondern auch um alles andere, was zum Leben eines Kindes oder Jugendlichen dazu gehört.«

Der BVKJ drängte wegen der Folgen der Coronapandemie zudem auf deutlich mehr Hilfen für junge Menschen. Fischbach bezeichnete die Pläne der Bundesregierung für junge Menschen als nicht ausreichend. Der »Rheinischen Post« sagte er: »Die Bundesregierung droht mit dem Aufholpaket die Chance zu verpassen, auch die psychische Entwicklung von Kindern außerhalb der Schulen zu fördern.« Der Fokus liege zu stark auf der Bekämpfung von Leistungsdefiziten.

»Wir Kinder- und…