Es ist vollbracht: Die Neue Nationalgalerie präsentiert sich den Berlinern so schön wie am Tag ihrer Eröffnung im Jahr 1968. „Wir hoffen, den Patienten dem Anschein nach unberührt entlassen zu haben – nur in viel besserem Zustand“, verkündete Stararchitekt David Chipperfield nach Abschluss der fünfjährigen Arbeiten, die dem renommierten Gebäude wieder zu alter Pracht verhalfen. Ludwig Mies van der Rohes Entwurf galt seinerzeit als architektonische Ikone der Moderne. Doch auch an ihr nagte der Zahn der Zeit – und deswegen hatte der Bau dringend eine Generalüberholung nötig.

Es gab einiges zu tun: Die Natursteinplatten an der Fassade hatten unschöne Risse, Stahlelemente rosteten vor sich hin, das Dach leckte, einige Glasscheiben waren beschädigt – und nicht zuletzt entsprachen weder die marode Technik noch das stark schwankende Raumklima im Inneren den Ansprüchen des 21. Jahrhunderts. 

Chipperfield: „Nationalgalerie hatte enorme Bedeutung für Berlin“

In der Hauptstadt konnte man den Verfall des architektonischen Highlights, das eine spektakuläre Sammlung von Kunstwerken vor allem der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beherbergt, nicht mehr mit ansehen. Und so wurde das Büro des Briten David Chipperfield unter anderem mit der Grundinstandsetzung beauftragt. In Berlin ist er kein Unbekannter; hatte er doch schon den Wiederaufbau des 2009 eröffneten Neuen Museums, in dem unter anderem Nofretete zu sehen ist, und die James-Simon-Galerie, das Eingangsgebäude der Museumsinsel, errichtet. 

Stararchitekt David Chipperfield hatte die Berliner schon mit seiner James-Simon-Galerie beeindruckt

 

Sein Büro habe seit Jahren eine sehr emotionale Beziehung zu Berlin, es sei eine wunderbare Stadt, sagte Chipperfield der DW. Und Mies‘ Gebäude habe darin einen ganz besonderen Stellenwert. „Westberlin hatte damals viele seiner kulturellen Monumente an den Osten verloren und musste sich neu erfinden. Insofern hatte die Neue Nationalgalerie sowohl als Symbol für die…