Ausbildung
Umfrage: Jugend in großer Sorge um Azubi-Stellen

Ein Schornsteinfegerlehrling beim Putzen eines Kamins. Viele junge Menschen in Deutschland fürchten, dass sie in der Pandemie keinen Ausbildungsplatz finden. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

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Im Corona-Jahr 2020 wurden so wenig Ausbildungsverträge abgeschlossen wie nie zuvor seit der Wiedervereinigung. Wie sind die Erwartungen der jungen Leute aktuell?

Viele junge Menschen in Deutschland fürchten, dass sie in der Pandemie keinen Ausbildungsplatz finden. Das geht aus einer am Donnerstag veröffentlichten, repräsentativen Umfrage im Auftrag der Bertelsmann Stiftung hervor.

Rund 71 Prozent von gut 1700 Befragten zwischen 14 und 20 Jahren sehen ihre Chancen auf dem Ausbildungsmarkt durch Corona demnach verschlechtert. Bei Jugendlichen mit niedriger Schulbildung sind es sogar 78 Prozent. Mehr als jeder Zweite (53 Prozent) war bei der Befragung im Februar und März der Auffassung, dass die Politik wenig bis gar nichts für junge Leute tut, die einen Ausbildungsplatz suchen.

Die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge war im Corona-Jahr 2020 auf den niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung gefallen. Nur noch 465.200 Menschen begannen 2020 eine Lehre – ein Minus von 9,4 Prozent, wie das Statistische Bundesamt Mitte April gemeldet hatte. Selbst in Zeiten der Finanzkrise 2008 war der Einbruch nicht so drastisch ausgefallen.

Wer demnächst ein Studium anfangen möchte, sieht die Situation laut Umfrage dagegen deutlich positiver. Lediglich ein knappes Viertel der Befragten hält die Chancen auf einen Studienplatz infolge der Pandemie für beeinträchtigt.

Man müsse jedem eine Ausbildungsperspektive geben, forderte die Stiftung. Das sei eine Frage der Chancengerechtigkeit und diene der Fachkräftesicherung. Es zeige sich, dass eine Ausbildung nach…