Antisemitismus, Holocaust-Leugnung, offene Gewaltdrohungen: Der frühere Imbissbetreiber und Kochbuchautor Attila Hildmann hat sich nach seiner Flucht in die Türkei in den vergangenen Wochen noch stärker radikalisiert. Als Konsequenz werfen ihn nun einige der letzten Unternehmen, die seine Produkte noch vertrieben haben, aus dem Sortiment: Amazon und Lieferando.

Bei dem Online-Versandhändler Amazon hatte Hildmann bis zuletzt vegane Kochbücher und Lebensmittel, etwa Bio-Matcha-Tee, vertrieben. Zeitweise wurden die Produkte auch über das konzerneigene »Prime«-Angebot versandt. Bisher hatte sich Amazon geweigert, den Autor aus dem Sortiment zu entfernen, da die Bücher im Gegensatz zu den sonstigen Äußerungen Hildmanns keine verfassungsfeindlichen Inhalte enthielten oder durch die Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) indiziert waren. Das hat sich nun offenbar geändert. »Die entsprechenden Produkte sind nicht mehr erhältlich«, erklärte ein Amazon-Sprecher auf Anfrage.

Lieferando entfernt Hildmann-Imbiss

Auch der Essenslieferdienst Lieferando, der zum niederländischen Konzern Just Eat Takeaway gehört, beendete vor Kurzem die Zusammenarbeit mit dem Kochbuchautor und früheren Imbissbetreiber. Bereits im vergangenen Herbst hatte Firmenchefin Katharina Hauke gegenüber dem SPIEGEL einen möglichen Rauswurf angedeutet. »Wir besprechen derzeit im Management, wie wir damit umgehen«, sagte Hauke. Offenbar mit eindeutigem Ergebnis: Seit Kurzem ist die »Vegan Bio Snackbar by Attila Hildmann« nicht mehr in der App verfügbar.

Hildmann habe klar gegen die Geschäftsbedingungen des Unternehmens verstoßen, sagte ein Lieferando-Sprecher. »Wir distanzieren uns von jeglichem nicht inklusiven Verhalten.« Lieferando und Just Eat Takeaway seien inklusive Unternehmen, die aufgeschlossene Menschen mit unterschiedlichsten kulturellen Hintergründen, religiösen Überzeugungen und weltanschaulichen Vorstellungen »aus mehr als hundert Nationen und Regionen…