Meinung

Merz im Wahlkampfteam
Wie soll Laschet Kanzler werden? Genau so!

Wollen zusammen stark sein: Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet und Friedrich Merz

© Michael Kappeler / DPA

von Dieter Hoß

29.04.2021, 15:05 Uhr

CDU-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat seinen erbitterten Konkurrenten um den Parteivorsitz, Friedrich Merz, in sein Wahlkampfteam geholt. Ist das nicht erstaunlich? Eher nicht, solche Schritte gehören zu Laschets Erfolgsprinzip.

So mancher staunte Bauklötze, als die Meldung über die Ticker ging. Ausgerechnet Friedrich Merz. Ausgerechnet der erbitterte Rivale um den CDU-Vorsitz. Ausgerechnet jener Kontrahent, der frei von sichtbaren Selbstzweifeln so gar nicht auf einer Linie mit dem überaus moderat auftretenden Kanzlerkandidaten der Union zu liegen scheint. Ausgerechnet diesen Lautsprecher beruft der Leisetreter Armin Laschet in sein Wahlkampfteam? Beweist das nicht einmal mehr die Konzept- und Richtungslosigkeit des 60-jährigen „Merkelaners“? Wie soll so jemand Kanzler werden?

Kurz gesagt: genau so. Bei Licht betrachtet ist Merz‘ Berufung „ein typischer Laschet“. Mit dem softpopulistischen Sauerländer verleibt sich der Mann aus Aachen mit einem Handstreich ein paar Fähigkeiten ein, die er selber einfach nicht mitbringt. Etwas Klartext, ein bisschen auf den Tisch hauen – zumindest verbal –, sofort mehr Akzeptanz im fremdelnden Osten, wie beispielsweise die Reaktion aus der Thüringer CDU zeigt, und zudem noch ein wenig Fischen am rechten Rand, ohne sich selbst die Finger schmutzig zu machen. Was schert ihn da der Zoff vergangener Tage? Für eine solche Entscheidung darf man nicht nachtragend und muss dickfellig und beharrlich sein. All‘ das gehört zum Arsenal Laschets.

Armin Laschet: unterschätzt und belächelt

Kaum ein Kommentator hat die Entscheidung für Merz‘ als klug gelobt. Mal wieder. Auch das ist typisch…