»Deutschland bleibt ein verlässlicher Partner an der Seite der Menschen in Afghanistan«, sagte Maas. Der Militäreinsatz ende zwar bald, auf allen anderen Ebenen werde das Engagement aber fortgesetzt. »Eine gute und sichere Perspektive für die Afghaninnen und Afghanen zu schaffen, ist in unserem europäischen Interesse. Einen Rückfall in alte Zeiten wollen wir unbedingt verhindern.«

USA eilen mit Abzug

Maas besucht Afghanistan nur zwei Tage vor dem offiziellen Beginn des Nato-Truppenabzugs aus Afghanistan. In Kabul wollte er etwa Präsident Aschraf Ghani treffen und anschließend das Bundeswehrcamp in Masar-i-Scharif im Norden des Landes besuchen. Der Besuch findet unter massiven Sicherheitsvorkehrungen statt.

Die Nato hatte vor zwei Wochen entschieden, nach fast 20 Jahren die rund 10.000 noch in Afghanistan verbliebenen Soldaten nach Hause zu holen. Zuvor hatten sich die USA als größter Truppensteller darauf festgelegt, bis zum 11. September das Land zu verlassen – dem 20. Jahrestag der Terroranschläge des Netzwerks Al-Kaida in den USA. Inzwischen ist eine Verkürzung der Abzugsphase bis zum 4. Juli im Gespräch, dem Nationalfeiertag der USA. Deutschland stellt mit 1100 Soldaten nach den USA das zweitgrößte Kontingent in Afghanistan.

Im Mittelpunkt der Gespräche in Kabul soll die Zeit nach dem Abzug stehen. Maas sagte, dass Deutschland die derzeit stockenden Friedensverhandlungen der afghanischen Regierung mit den militant-islamistischen Taliban weiter unterstützen werde. »Der Friedensprozess braucht einen neuen diplomatischen Push«, sagte Maas. »Es gibt keine einfache Verhandlungslösung, dennoch bleiben die Verhandlungen die beste Chance auf eine nachhaltige, sichere und stabile Zukunft des Landes.«

Der Außenminister sicherte auch weitere zivile Hilfe zu. Dafür hat Deutschland für das laufende Jahr 430 Millionen Euro zur Verfügung gestellt. Für die nächsten Jahre bis 2024 wurde die gleiche Summe in Aussicht gestellt. Allerdings will die…