Die durch den Wirecard-Skandal in Misskredit geratene Wirtschaftsprüfungsgesellschaft EY bekommt überraschende Schützenhilfe – von der Lufthansa.

In einem Gegenantrag zur bevorstehenden Hauptversammlung am 4. Mai verlangt ein Kleinaktionär, EY den Auftrag zur Kontrolle des Zahlenwerks zu entziehen. Dabei hatte die Fluglinie erst im vergangenen Jahr der Gesellschaft PWC ihr langjähriges Prüfmandat entzogen und war zur Konkurrenz gewechselt. Der Wirecard-Skandal habe das Vertrauen in EY als Wirtschaftsprüfer »massiv beschädigt«, argumentiert der Aktionär nun.

In ihrer Stellungnahme zu dem Antrag nimmt die Lufthansa-Verwaltung die Firma ausdrücklich in Schutz. EY habe sich bei der »Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses 2020 durch ein sehr professionelles und gewissenhaftes Vorgehen« ausgezeichnet. Deshalb gebe es »keinen Anlass, an der Integrität der Prüfer zu zweifeln«. Ein erneuter Wechsel innerhalb von nur zwei Jahren wäre zudem »mit hohem zeitlichem Aufwand und erheblichen Kosten« verbunden.