Immer wieder werden nach Massakern in den USA Forderungen nach schärferen Waffengesetzen laut. Und regelmäßig bleibt von den Initiativen wenig bis gar nichts übrig. Das liegt auch an der einflussreichen National Rifle Association (NRA). Die fünf Millionen Mitglieder starke Vereinigung ist die größte Lobbyorganisation für Schusswaffenbesitz in den USA – und verfügt über großen politischen Einfluss.

Nun steht ihr Geschäftsführer, Wayne LaPierre, wegen eines an die Öffentlichkeit gelangten Videos einer Elefantenjagd in der Kritik. Die NRA finanzierte LaPierre 2013 einen Aufenthalt in Afrika, bei dem auch eine Promotion-Serie namens »Under Wild Skies« gedreht wurde.

Die Sendung sollte die NRA bei Jägern beliebt machen. Die Zeitschrift »The New Yorker« und die Nichtregierungsorganisation »Trace« veröffentlichten nun ungesendetes Material, das LaPierre beim Versuch zeigt, einen Elefanten aus nächster Nähe zu töten – und dies trotz mehrerer Schüsse nicht schafft.

In dem Video ist zu sehen, wie der NRA-Chef bei einer Jagd in Botswana einen Elefanten mit einem Schuss zu Fall bringt. LaPierre und seine Begleiter nähern sich dem Tier, das nun bereits unbeweglich am Boden liegt. Der NRA-Chef soll aus nächster Nähe den Gnadenschuss abfeuern. Dies gelingt ihm bei drei Versuchen nicht.

Die Kamera zeigt meist LaPierre, abseits des Bildes hört man das verwundete Tier röcheln. Ein Begleiter erklärt dem einflussreichen NRA-Lobbyisten, wie er sich am besten positionieren soll – und auf welche Stelle er zielen soll. »Ich glaube, er ist noch nicht erledigt«, sagt er an LaPierre gerichtet, nachdem dieser einen zweiten Fehlschuss abgegeben hat. Schließlich tötet einer der Begleiter den Elefanten.

Der mächtige Waffenlobbyist, schlechter Schütze? Für die NRA ist das ein PR-Debakel, unter anderem auch, weil die Organisation stets betont, nur gute Menschen mit Waffen könnten schlechte Menschen mit Waffen stoppen – und dabei offenkundig voraussetzt, dass die…