100 Tage im Amt
Warum Bidens erste Kongressrede als US-Präsident zwangsläufig Geschichte schreiben wird

USA, Washington: Joe Biden, Präsident der USA, spricht im East Room des Weißen Hauses

© Andrew Harnik/AP / DPA

Joe Biden ist seit 100 Tagen im Amt, dennoch steht ihm als US-Präsident noch ein Debüt bevor: seine erste Rede vor dem Kongress. Es wird historisch – so oder so.

Was macht dieses Mal so besonders? Klar, für Joe Biden ist es die erste Rede vor dem Kongress als US-Präsident – aber rechtfertigt dieser Umstand schon das Label historisch? An diesem Punkt waren seine 45 Amtsvorgänger schließlich auch einmal, haben Bilanz gezogen und Ausblick gegeben – wie praktisch jedes Jahr seit 1789. Die Ansprache vor den beiden Parlamentskammern, dem Senat und Repräsentantenhaus, hat Tradition.

Auch klar also, dass von den Hunderten Kongressreden nicht alle einen Haken im kollektiven Gedächtnis geschlagen haben – wie die von John F. Kennedy, in der er das Weltraum-Programm der USA skizzierte, oder von George W. Bush, der nach den Anschlägen vom 11. September 2001 den „Krieg gegen den Terror“ erklärte. Dennoch wird Bidens Debüt am Mittwoch (21 Uhr Ortszeit; Donnerstag, 3 Uhr deutscher Zeit) zwangsläufig Geschichte schreiben, ob er es darauf anlegt oder nicht.

Eine historische Premiere und große Reformpläne

Zunächst das Offensichtliche: Durch die Corona-Pandemie fällt Bidens sogenannte Joint Address – die ab dem zweiten Amtsjahr eines Präsidenten als Rede zur Lage der Nation (State of the Union Address) bezeichnet wird – wesentlich kleiner aus als gewöhnlich.

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