Eigentlich könnte sich der britische Premierminister Boris Johnson noch im Impferfolg seines Landes sonnen. Doch nun droht aus einer anderen Ecke Ärger. Es geht um die kostspielige Renovierung seiner Dienstwohnung. Die britische Wahlkommission hat angekündigt, die Finanzierung zu überprüfen. „Wir haben den begründeten Verdacht, dass es zu einem oder mehreren Verstößen gekommen ist“, heißt es in einer Mitteilung der Kommission, die auch für die Regeln zur Parteienfinanzierung zuständig ist. Es werde geprüft, ob Geldströme ordnungsgemäß gemeldet wurden. 

Wie andere Premierminister vor ihm wohnt Johnson in der Downing Street. Unbestätigten Berichten zufolge sollen die Ausbesserungsarbeiten bis zu 200.000 Pfund (rund 230.000 Euro) gekostet haben – und damit deutlich mehr als der jährliche Zuschuss der Regierung in Höhe von 30.000 Pfund (rund 34.500 Euro). Angeblich wurden die Arbeiten mithilfe einer Parteispende zwischenfinanziert, die entgegen den Regeln aber nicht der Wahlkommission gemeldet worden war.

Oppositionsführer bringt Rücktritt ins Gespräch

Johnson selbst wies bei der wöchentlichen Fragestunde im Parlament jegliches Fehlverhalten von sich. „Die Antwort ist, dass ich die Kosten selbst getragen habe“, so der Premier. Oppositionsführer Keir Starmer von der Labour-Partei warf Johnson aber vor, die eigentliche Frage zu umgehen. Wesentlich sei, ob es eine Zwischenfinanzierung gegeben habe. Sollte sich herausstellen, dass Johnson nicht die Wahrheit sage, müsse er zurücktreten.

Schon seit längerer Zeit kursieren die Vorwürfe in den Medien. Vergangene Woche erhielten sie einen erneuten Schub, als Johnsons Ex-Berater Dominic Cummings in einem Blog-Beitrag auspackte. „Ich sagte ihm, dass seine Pläne, Parteispender heimlich für die Renovierung zahlen zu lassen, unethisch, dumm und womöglich illegal sind und beinahe mit Sicherheit gegen die Regeln für die Offenlegung von politischen Spenden verstoßen würden“, schrieb er. 

Ex-Berater Cummings…