Olaf Scholz, Annalena Baerbock, Armin Laschet – der Dreikampf um das Kanzleramt kann beginnen. Bei der Union lässt sich von einem Fehlstart sprechen. Nach Laschets Kür zum Kanzlerkandidaten rutschte sie in einer SPIEGEL-Umfrage ab, die Grünen mit ihrer Spitzenkandidatin Baerbock verbesserten sich deutlich und zogen an CDU/CSU vorbei.

Bis zur Wahl sind es noch Monate, gerechnet wird aber schon jetzt. Eine absolute Mehrheit ist für niemanden in Sicht. Umso spannender ist die Frage, wer ins Kanzleramt einzieht – und welche Regierungskoalition es geben wird.

Das Interessante ist, dass zumindest rechnerisch derzeit mehrere Koalitionen möglich sind, etwa ein Bündnis aus Union und Grünen. Gemeinsam kämen die Parteien auf etwa 53 Prozent der Stimmen. Für ein grün-rot-rotes Regierungsbündnis aus Grünen, SPD und Linken würde es nach aktuellem Stand knapp. Die SPD kommt der Civey-Umfrage zufolge nur auf 15 Prozent der Stimmen, die Linke liegt bei sechs Prozent – mit den Grünen würde das aktuell nur hauchdünn reichen.

Komfortablere Mehrheiten hätten ein Ampelbündnis von Grünen, SPD und FDP (derzeit bei 11 Prozent) sowie ein Jamaikabündnis von Union, Grünen und FDP. Klar ist damit nur eines: Nur die Grünen wären in jeder dieser Konstellationen vertreten. Doch auf welche Koalitionen hoffen die Bürgerinnen und Bürger?

Schwarz-Grün und Grün-Rot-Rot mit Abstand vorn

Laut einer repräsentativen Erhebung des Meinungsforschungsinstituts Civey für den SPIEGEL wünscht sich deutlich mehr als die Hälfte der Befragten eine Regierungsbeteiligung der Grünen. 20 Prozent sprechen sich für Schwarz-Grün aus, ein grün-rot-rotes Bündnis favorisieren 19 Prozent. Für eine Jamaikakoalition können sich dagegen weniger Befragte erwärmen. Und eine Ampelkoalition wäre etwa so beliebt wie eine Fortsetzung der GroKo.

Zu beachten ist, dass die Befragten ihre Präferenz für Schwarz-Grün ausdrückten. Dies impliziert genau genommen eine Koalition unter Führung der Union….