Tarifstreit
GDL und Bahn einigen sich auf weitere Gespräche

Claus Weselsky (l.), Vorsitzender der GDL, und Martin Seiler, Personalvorstand der Deutschen Bahn. Foto: Wolfgang Kumm/dpa

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Kein Abbruch der Gespräche: Deutsche Bahn und GDL haben sich in ihrer zweiten Tarifrunde auf weitere Treffen verständigt. Warnstreik-Ankündigungen blieben am frühen Abend zunächst aus.

Die zweite Tarifrunde der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) ist mit der Aussicht auf weitere Verhandlungen zu Ende gegangen.

«Das war heute ein wichtiger Termin, weil wir die Corona-Schäden nachvollziehbar dargestellt haben», teilte Personalvorstand Martin Seiler am Nachmittag mit. «Damit ist der Rahmen für weitere Gespräche gesteckt.» Die dritte Runde ist demnach für den 17. Mai angesetzt. Für die nächsten Tage seien Sondierungsgespräche zwischen beiden Seiten verabredet. Dabei gehe es um die Themen Entgelt, Arbeitszeit, Altersvorsorge und weitere Forderungen.

Die GDL bestätigte, dass sich beide Seiten auf einen Nachfolgetermin verständigt hätten. Warnstreiks kündigte die Gewerkschaft zunächst keine an. Noch am Morgen hatte GDL-Chef Claus Weselsky betont, für Arbeitskampfaktionen stets bereit zu sein, sollte die Arbeitgeberseite aus Sicht der Gewerkschaft nicht an einer Lösung interessiert sein.

Laut Bahn hatte Konzernfinanzvorstand Levin Holle die finanzielle Lage in der Corona-Pandemie dargelegt. Weil die Fahrgastzahlen eingebrochen sind, hat der Konzern im vergangenen Jahr einen Rekordverlust in Höhe von 5,7 Milliarden Euro verbucht. Die GDL argumentiert, dass sich in den Verlusten auch Misswirtschaft aus Vor-Corona-Zeiten widerspiegele.

Die Gewerkschaft hatte in der ersten Tarifrunde vergangene Woche einen 58 Punkte umfassenden Forderungskatalog vorgelegt. Dazu gehören 4,8…