Nazi-Vergleich
Rüpeleien, Luxusuhren, Steuerbetrug: Das sind die Skandale der DFB-Präsidenten

Fritz Keller (v.l.n.r.), Reinhard Grindel, Gerhard Meyer Vorfelder

© Arne Dedert/Alexander Scheuber / DPA / Getty Images

Die Entrüstung über DFB-Präsident Keller nach dessen Nazi-Vergleich ist gewaltig. Der frühere Chef des Bundesligisten SC Freiburg ist nicht der erste Verbandsboss, der schwer in die Kritik geraten ist. Eine Übersicht der Skandale.

In Fritz Keller steht wegen seines Nazi-Vergleichs erneut ein Präsident des Deutschen Fußball-Bundes in der öffentlichen Kritik. Beim DFB hat das mittlerweile Tradition, wie die Beispiele aus den vergangenen Jahren zeigen:

Gerhard Meyer-Vorfelder (2001 – 2006): Der 2015 gestorbene ehemalige CDU-Politiker galt als Patriarch und Funktionär der alten Schule, aber auch als volksnah und souverän. Politische Skandale überstand „MV“ so einige. Beim DFB wurde ihm nach der blamablen EM 2004 vorgeworfen, die Suche nach einem Nachfolger von Teamchef Rudi Völler im Alleingang zu betreiben. Am Ende wurde es mit Jürgen Klinsmann ein Vertrauter Mayer-Vorfelders aus Stuttgarter Zeiten. Im Nachhinein wird ihm aber auch hoch angerechnet, dass er die Nachwuchsarbeit im DFB mit auf neue Füße und damit die Weichen für erfolgreiche Zeiten stellte.

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Theo Zwanziger (2004 – 2012): War zunächst zwei Jahre als Doppelspitze mit Mayer-Vorfelder im Amt, weil sich beide eine Kampfabstimmung ersparen wollten, trat dann aber ins Rampenlicht und engagierte sich besonders im gesellschaftspolitischen Bereich des DFB. Zwanziger sah sich vor allem als Sportpolitiker, sein interner Führungsstil aber galt als wenig empathisch. Der Anwalt aus Altendiez erklärte im Dezember 2011…