Die politische Krise in der Republik Moldau spitzt sich zu. Nun hat die proeuropäische Präsidentin Maia Sandu eine Auflösung des Parlaments in der einstigen Sowjetrepublik verfügt. Die Politikerin hat zudem eine Neuwahl am 11. Juli angesetzt. Das teilte Sandu mit, wie Medien in der Hauptstadt Chisinau meldeten. Damit sollen die Machtverhältnisse in dem völlig verarmten Land in Nachbarschaft zum EU-Mitglied Rumänien neu geregelt werden.

Die 48-jährige Sandu kämpft vor allem gegen die Kräfte um den russlandfreundlichen früheren Präsidenten Igor Dodon und die von ihm kontrollierten Sozialisten. Seit der Präsidentenwahl am 15. November, bei der Dodon verlor, hatten Tausende Menschen bei Straßenprotesten den Rücktritt der Regierung gefordert. Sandu hatte als erste Frau in der Geschichte des Landes die Abstimmung gewonnen.

Das Land steckt seit der Unabhängigkeit 1991 in einer Dauerkrise: Das Grenzland zur Ukraine östlich des Flusses Dnester hat sich als Transnistrien faktisch abgespalten.