Gerade zeichnen sich bei den Wiener Gesprächen über den Atomdeal mit Iran minimale Fortschritte ab. Da kommt dieser Vorfall im Persischen Golf besonders ungelegen. Dort hat ein US-Marineschiff Warnschüsse in Richtung dreier iranischer Militärboote abgegeben.

Die Schnellboote der iranischen Revolutionsgarden hätten sich den US-Schiffen »U.S.S. Firebolt« und »Baranoff« am Montag bis auf 62 Meter genähert, teilte die US-Marine am Dienstag mit.

Die Besatzungen der US-Schiffe hätten die iranischen Boote zunächst per Funk und Lautsprecher gewarnt. Als diese noch nähergekommen seien, habe die Besatzung der »U.S.S. Firebolt« schließlich Warnschüsse abgegeben.

Nach dieser Eskalation hätten sich die Schnellboote der Revolutionsgarde entfernt und in »sichere Distanz« zu den US-Schiffen begeben, teilte die US-Marine weiter mit. Sie verurteilte das Vorgehen der iranischen Revolutionsgarden. Dieses habe das »Risiko einer Fehlkalkulation und/oder einer Kollision erhöht«, hieß es. Die Kommandanten der US-Schiffe hätten das Recht, sich selbst zu verteidigen, betonte die Marine. Einen ähnlichen Vorfall hatte es nach US-Angaben bereits am 2. April gegeben.

Die Konfrontationen im Persischen Golf ereigneten sich während der Wiener Gespräche über eine Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens mit Iran. Unter dem damaligen Präsidenten Donald Trump waren die USA im Jahr 2018 aus der Wiener Nuklearvereinbarung ausgetreten. Ziel war offenbar gewesen, die Ayatollahs mit extrem harten Sanktionen in die Knie zu zwingen.

Biden will langfristig ein besseres Verhältnis zu Iran

Trumps Nachfolger Joe Biden hat die Bereitschaft signalisiert, sein Land zurück in das Abkommen zu führen. Im Februar betonte Biden aber, dass Iran im Gegenzug seine »destabilisierenden Aktivitäten« im Nahen Osten und der Golfregion reduzieren müsse.

Iran ist es in den vergangenen zwei Jahrzehnten gelungen, in der Region seine Macht erheblich auszubauen. Die Kriege im Irak und in Syrien spielten…