Das Einkommen in Saudi-Arabien wird auch zukünftig steuerfrei bleiben. Das Königreich habe keine Pläne, eine Einkommensteuer einzuführen, sagte Kronprinz Mohammed bin Salman am Dienstag in einer Fernsehansprache. Ebenso wie mehrere andere Öl- und Gasmonarchien am Persischen Golf erhebt das saudische Herrscherhaus keine Einkommensteuer.

Die Mehrwertsteuererhöhung des vergangenen Jahres sei nur auf ein bis fünf Jahre ausgelegt und solle dann auf fünf bis zehn Prozent zurückgeschraubt werden, kündigte der Prinz an.

Das Königreich hatte die Abgabe erhöht, um die Auswirkungen der niedrigeren Öleinnahmen auf die Staatsfinanzen auszugleichen. Dieser Schritt wurde von Bürgern und Unternehmen kritisiert, die während der Coronavirus-Pandemie mehr Unterstützung von der Regierung erwartet hatten.

»Die Erhöhung der Mehrwertsteuer war eine schmerzhafte Maßnahme, und ich hasse es, irgendeinen saudischen Bürger zu verletzen. Aber es ist meine Pflicht, den Saudis eine langfristige, nachhaltige Zukunft aufzubauen«, sagte Mohammed bin Salman.

Die Regierung will seit 2016 mit Wirtschaftsreformen Millionen Arbeitsplätze schaffen und das Land unabhängiger von Rohstoffeinnahmen machen. Die Pläne wurden von der Coronakrise durchkreuzt, welche die Ölpreise im Frühling 2020 schlagartig einbrechen ließen. Zuletzt war Rohöl aber zeitweise schon wieder teurer als vor der Pandemie.