In Indien sind bereits mehr als 200.000 Menschen in Verbindung mit dem Coronavirus gestorben. Das geht aus jüngsten Zahlen des indischen Gesundheitsministeriums hervor. Zuletzt starben 3293 weitere Menschen an COVID-19 und damit so viele wie nie zuvor an einem einzelnen Tag. Experten gehen jedoch davon aus, dass die tatsächliche Zahl der Toten deutlich höher sein dürfte.

Mit 360.960 Neuinfektionen binnen 24 Stunden meldete das südasiatische Land erneut einen weltweiten Höchstwert. Damit haben sich unter Indiens rund 1,3 Milliarden Einwohnern fast 18 Millionen Menschen mit Corona angesteckt. Seit Donnerstag vergangener Woche wurden täglich mehr als 300.000 neue Fälle registriert. Die Experten befürchten auch hier eine weit höhere Dunkelziffer.

Jagd nach Sauerstoff in Sikh-Tempel

In der Hauptstadt Neu-Delhi bildeten sich lange Staus aus Leichentransportern vor Parks und Parkplätzen, die zu Krematorien unter freiem Himmel geworden sind. Viele Krankenhäuser weisen Patienten aus Mangel an Betten, Ausrüstung und Medikamenten ab. Insbesondere der Sauerstoff zur Behandlung von schwereren COVID-19-Fällen wird knapp. Zuletzt strömten Patienten zu einem Sikh-Tempel in Ghaziabad, einem Vorort von Neu-Delhi, weil sie sich dort Zugang zu einer Sauerstoff-Behandlung erhofften.

Eine an Corona erkrankte Frau muss sich entkräftet in der Nähe des Sikh-Tempels in Ghaziabad ausruhen

Die Corona-Welle wird mit großer Sorglosigkeit der Bevölkerung in den vergangenen Wochen sowie mit der Virusmutante B.1.617 in Verbindung gebracht. Zudem haben bislang weniger als zehn Prozent der Bewohner Indiens mindestens eine Impfdosis erhalten – und das obwohl der Subkontinent eigentlich als „Apotheke der Welt“ bekannt ist und massenhaft Impfstoffe herstellt.

„Menschen ersticken vor den Krankenhäusern“

Am Dienstag trafen erste internationale Hilfslieferungen in dem Land ein, unter anderem hundert Beatmungsgeräte und 95 Sauerstoffkonzentratoren aus Großbritannien. Auch Deutschland ist…