Söder vs. Laschet

Es heißt jetzt überall, Markus Söder sei ein schlechter Verlierer. Weil er Armin Laschet nicht in Ruhe lässt, weil er Friedrich Merz aufs Korn nimmt, den der CDU-Chef nun wiederum in sein Wahlkampfteam holt.

Die alten Rivalen Laschet und Merz verbünden sich, so hoch ist der Druck.

Also wirklich schlechter Verlierer? Kann schon sein. Vielleicht ist Söders Problem aber auch, dass er einfach noch nie richtig verloren hat, noch kaum je wirklich politisch gescheitert ist. Dass die Unionsbasis im Kampf mit Laschet um die Kanzlerkandidatur – also auch und vor allem die der CDU – gefühlt auf seiner Seite stand, macht die Niederlage nur noch bitterer.

Ich erinnere mich an eine Szene aus dem Oktober 2008 in München. Wenige Tage zuvor war die CSU bei der Landtagswahl abgestürzt auf 43,4 Prozent, für damalige Verhältnisse ein politisches Beben.

Auf der Fraktionssitzung der CSU ging es um die Nachfolge des »Wahlverlierers« Günther Beckstein, es gab mehrere Kandidaten, darunter der designierte CSU-Chef Horst Seehofer. Nach fünf Stunden war endlich Feierabend, Entscheidung noch mal vertagt und hinten links im Saal stand Markus Söder zwischen den Stühlen. »Für mich ist es jetzt noch ein Stück zu früh«, sagte mir der damals 41-Jährige. Zwar stehe er »für die Erneuerung, es braucht aber noch seine Zeit«.

Söder ließ Seehofer ziehen, aber nicht aus den Augen; zehn Jahre später brachte er ihn zur Strecke. Zwischenzeitlich erlebte er Aufstieg und Fall des »Glühwürmchens« (O-Ton Seehofer) Karl-Theodor zu Guttenberg.

Am Ende triumphierte immer Söder, hatte den längsten Atem. Außer in der K-Frage gegen Armin Laschet.

Ausgerechnet gegen Laschet, gegen den Politiker, dem stets wenig zugetraut wurde, der es dann aber immer wurde. Das komplette Gegenmodell zur Machtmaschine Markus Söder. Muss schmerzen.

An diesem Mittwochmorgen ist Söder zu Gast beim »digitalen VBKI Business Breakfast«. Kennen Sie nicht, VBKI? Ich auch nicht. Dr. Google sagt, es…