Pep Guardiola ballte die Fäuste. Gerade hatte Kevin de Bruyne in der 64. Minute mit einem eigentlich eher als Flanke gedachten Schlenzer den 1:1-Ausgleich für Manchester City bei Paris St. Germain erzielt. Damit brachte der Ex-Bundesligaprofi des VfL Wolfsburg den Premier-League-Klub wieder zurück ins Spiel, das der FC-Bayern-Bezwinger PSG nach dem 1:0 durch einen Kopfballtreffer des Brasilianers Marquinhos (15. Minute) klar dominiert hatte.

Und Guardiola durfte sich noch heftiger freuen, denn die Partie kippte. Der Algerier Riyad Mahrez traf wenig später (71.) per Freistoß aus 20 Metern zum 2:1 (0:1)-Endstand für die Guardiola-Elf. Eine glänzende Ausgangsposition für das Rückspiel am kommenden Dienstag, in dem PSG auch noch auf Mittelfeldspieler Idrissa Gueye verzichten muss. Schiedsrichter Felix Brych zeigte dem Senegalesen nach einem groben Foul am deutschen Nationalspieler Ilkay Gündogan völlig zu Recht die Rote Karte (77.).  „Ein gutes Ergebnis“, sagte City-Trainer Guardiola im Interview des TV-Senders „Sky“: „Aber es ist noch nicht vorbei. Wir müssen im Rückspiel an die Leistung der zweiten Halbzeit anknüpfen.“

Guardiola seit zehn Jahren nicht mehr im Finale

Der erstmalige Einzug ins Finale der Champions League ist damit für Manchester City zum Greifen nahe. Für den Triumph in der europäischen Königsklasse hatten die Geldgeber aus Abu Dhabi 2016 Startrainer Guardiola vom FC Bayern zum englischen Klub gelotst. Fünf Jahre später könnte die Rechnung aufgehen – endlich, werden nicht nur die Klubeigner sagen, sondern auch Pep Guardiola selbst. Schließlich wartet der 50-Jährige nun bereits seit zehn Jahren darauf, zum dritten Mal in seiner Trainerkarriere den Champions-League-Pokal in die Höhe stemmen zu dürfen.

2009 und 2011 hatte er mit dem FC Barcelona den Henkelmann gewonnen. Seitdem war irgendwie der Wurm drin. Mit den Bayern scheiterte Guardiola dreimal im Champions-League-Halbfinale, jeweils an spanischen Vereinen: 2014 an Real Madrid, 2015 an…