Kriminalität
Auf Streife: Tätersuche bei Facebook und Co.

Kriminalhauptkommissar Frank Peter aus dem Zentralkommissariat für Internetkriminalität im Polizeipräsidium Osthessen (Fulda) in seinem Büro. Foto: Polizei Hessen/dpa

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Bei der Aufklärung von Kriminalfällen denken die meisten Menschen vor allem an Ermittler, die am Tatort nach Spuren suchen. Doch inzwischen lassen sich Fälle auch per Mausklick lösen.

Tagelang suchten die Ermittler in der Nähe des Wohnortes und befragten das Umfeld der Vermissten – doch die entscheidende Wende brachte ein Aufruf bei Facebook.

Der Fall der 16-jährigen Isabella aus dem niedersächsischen Celle, die von einigen schon für tot gehalten und schließlich wohlauf in Frankreich gefunden wurde, machte bundesweit Schlagzeilen. Und er zeigte: Kriminalfälle werden im digitalen Zeitalter auch vor dem Computer-Bildschirm gelöst.

«Öffentlichkeitsfahndungen können ein wertvolles Hilfsmittel bei Ermittlungen jeglicher Art sein», sagt Daniel Kretzschmar, Vorstandsmitglied beim Bund Deutscher Kriminalbeamter. Als Instrument für Ermittlungen habe es sie schon immer gegeben. Die sozialen Medien und das Internet seien nur weitere Wege, die auch einem veränderten Medienkonsum geschuldet seien. «Wo früher die Litfaßsäule betrachtet oder eine Zeitung gelesen wurde, da schaut man eben heute mal schnell ins Netz», sagt Kretzschmar.

Doch worum ging es überhaupt in Celle? Ende März verschwindet die 16-jährige Schülerin Isabella aus ihrem Elternhaus. Wochenlang gibt es kein Lebenszeichen, die Polizei vermutet ein Gewaltverbrechen. Ein vielfach geteilter Facebook-Videoaufruf landet schließlich auf dem Bildschirm einer Beamtin des Bundeskriminalamtes (BKA). Sie erkennt die Ähnlichkeit mit einem in Frankreich aufgefundenen Mädchen und informiert die Kollegen in Celle. Kurz darauf wird die Hoffnung zur Gewissheit:…