In einem offenen Brief an die Bundesregierung fordern mehr als hundert Künstlerinnen, Künstler und Intellektuelle höhere Steuern für Wohlhabende. Es habe sie bestürzt, dass Kanzlerin Angela Merkel (CDU) eine Vermögensabgabe zur Finanzierung der Milliardenkosten im Kampf gegen die Coronapandemie strikt abgelehnt habe, schreiben sie in dem online veröffentlichten Brief, über den die »taz« berichtete.

»Unseres Erachtens wird es höchste Zeit, dass die Bundesregierung die Vermögenden in die Pflicht nimmt, anstatt sich der Schuldenbremse zu unterwerfen und öffentliche und soziale Ausgaben zu kürzen.« Unter keinen Umständen dürften in den kommenden Jahren Geringverdiener unter Spardruck leiden.

Merkels Ablehnung einer Vermögensabgabe zur Finanzierung der Kosten der Coronapandemie habe »uns bestürzt«, heißt es in dem Brief. Die 45 reichsten Haushalte in Deutschland besäßen mehr als die ärmere Hälfte der Bevölkerung.

»Die Krise verschärft die soziale Spaltung«

Konkret schlagen die Initiatoren eine einmalige Vermögensabgabe zur Deckung der Coronakosten sowie die Einführung einer Vermögensteuer vor. Außerdem sollten Erbschaften und Schenkungen effektiver besteuert und der Spitzensteuersatz angehoben werden. International solle ein Mindeststeuersatz für multinationale Konzerne eingeführt werden.

»Die Krise verschärft die soziale Spaltung und droht den Verschleiß der sozialen Infrastruktur zu beschleunigen«, sagte der Hauptgeschäftsführer des Paritätischen Gesamtverbandes, Ulrich Schneider, der Berliner »tageszeitung«. »Es wäre verantwortungslos, den Reichtum unserer Gesellschaft jetzt nicht für den sozialen Zusammenhalt einzusetzen.«

Unterschrieben wurde der Brief unter anderem von Sängerin Annette Humpe, Schauspielerin Maren Kroymann und Schriftsteller Christoph Hein. Auch der Armutsforscher Christoph Butterwegge, Ulrich Schneider vom Paritätischen Gesamtverband und die Publizistin Marina Weisband unterzeichneten – ebenso Organisationen…