Frankreich
Offener Brief an Macron: Ex-Generäle warnen vor „Bürgerkrieg“ und „Horden aus den Vorstädten“

Hört Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auf die Briefeschreiber aus dem Militär? (Symbolbild)

© Stephane Mahe/Reuters Pool/AP / DPA

von Thomas Krause

28.04.2021, 15:18 Uhr

Muss Frankreich bald das Militär in Marsch setzen, um einen Bürgerkrieg zu beenden? Dieses Horror-Szenario entwerfen aktive und ehemalige Militärs in einem offenen Brief an Präsident Macron – und lösen eine hitzige Debatte aus.

„Die Stunde ist schwer, Frankreich ist in Gefahr, mehrere tödliche Gefahren bedrohen das Land.“ Mit diesem Satz beginnt ein Brief, der jenseits des Rheins eine Debatte ausgelöst hat. Darin warnen mehrere Generäle im Ruhestand vor einem „Zerfall“ Frankreichs, einem drohenden „Bürgerkrieg“ und letztlich einem „Eingreifen unserer aktiven Kameraden in einer gefährlichen Mission zum Schutz unserer zivilisatorischen Werte“. Die Adressaten des Briefes: Präsident Emmanuel Macron, sowie das Kabinett und die Parlamentarier.

Die Unterzeichner fordern Macron und die Regierung auf, die Nation unter anderem vor dem „Islamismus und den Horden aus den Vorstädten“ zu verteidigen. Als erste Gefahr für Frankreich benennen die Unterzeichner „einen gewissen Anti-Rassismus“, der nur ein Ziel habe: „Unbehagen und sogar Hass zwischen den Gemeinschaften auf unserem Boden zu schaffen.“

„Horden aus den Vorstädten“

Der Anti-Rassismus führe „zusammen mit dem Islamismus und den Horden aus den Vorstädten“, dazu, dass die Nation in Gebiete zerschlagen werde, die „Dogmen unterworfen sind, die im Widerspruch zu unserer Verfassung stehen.“ In den französischen Vorstädten leben viele Einwanderer-Familien  aus den ehemaligen französischen Kolonien in Afrika. Die Autoren des Briefes betonen: Aber jeder Franzose sei unabhängig von seinem Glauben in ganz…