Extremismus
Bundesverfassungsschutz beobachtet Teile der Querdenker

Zahlreiche Menschen nahmen Anfang April auch in Stuttgart an einer Demonstration der Initiative «Querdenken» teil. Foto: Christoph Schmidt/dpa

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Der Verfassungsschutz hält Teile der Protestbewegung gegen die Anti-Corona-Maßnahmen – vor allem «Querdenker» – für problematisch. Denn sie stellten die Legitimität staatlicher Institutionen infrage.

Das Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet Personen und Gruppen innerhalb der Querdenker-Bewegung. Das teilte das Bundesinnenministerium am Mittwoch in Berlin mit. Damit darf der Verfassungsschutz nun beispielsweise Daten zu bestimmten Personen aus der Szene sammeln.

Insgesamt befürchtet die Behörde, dass die im Zuge der Proteste gegen die Corona-Maßnahmen verbreiteten Verschwörungstheorien auch nach dem Ende der Pandemie nicht verschwinden werden.

Da die Bewegung keinem der bisher bekannten Phänomenbereiche wie etwa Rechtsextremismus, Linksextremismus oder Islamismus zuzuordnen sei, sei eine neue Kategorie «Verfassungsschutzrelevante Delegitimierung des Staates» geschaffen worden, teilte das Innenministerium mit. Die neue Kategorisierung ermögliche sowohl eine Bearbeitung als Verdachtsfall als auch als erwiesen extremistische Bestrebung, teilte das Ministerium mit.

Legitime Proteste und Demonstrationen gegen die Corona-Politik würden dabei immer wieder, in jüngerer Zeit zunehmend, instrumentalisiert und Eskalationen provoziert, begründete das Ministerium die Entscheidung. Anmelder und Organisatoren von Demonstrationen – vor allem Protagonisten der Querdenken-Bewegung – «zeigen zum Teil deutlich, dass ihre Agenda über die reine Mobilisierung zu Protesten gegen die staatlichen Corona-Schutzmaßnahmen hinausgeht».

Verbindungen zu «Reichsbürgern» und «Selbstverwaltern» sowie…