In den USA dürfen vollständig Geimpfte auf Empfehlung der US-Gesundheitsbehörde CDC im Freien nicht mehr unbedingt eine Maske tragen müssen. Auch in Deutschland soll es schon bald Lockerungen für Corona-Geimpfte geben. Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hatte nach dem Impfgipfel am Montag die Ausarbeitung einer entsprechenden Verordnung angekündigt. Doch noch bevor diese auf den Weg gebracht ist, gegen einige Bundesländer bereits eigene Wege – nun entspinnt sich eine Debatte über das richtige Maß und Tempo bei der Rückgabe der Freiheitsrechte.

So sind Bayern vollständig Geimpfte ab jetzt Menschen gleichgestellt, die negativ auf Corona getestet wurden. Sie müssen unter anderem bei einem Friseurbesuch keinen negativen Corona-Test vorweisen, Quarantäneregeln entfallen. Auch Hessen und Rheinland-Pfalz haben ihre Verordnungen entsprechend angepasst.

Auch in Rheinland-Pfalz gelten solche Privilegien bereits. Doch Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) warnt vor falscher Laxheit. Ihr sei wichtig, dass mit den neuen Regelungen, »auch Rücksicht auf die Menschen genommen wird, die derzeit noch keine Impfung haben können«, sagte Dreyer den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Dreyer bezog dies vor allem auf junge Menschen und Familien, »die seit über einem Jahr in großer Disziplin und Solidarität die Schutzmaßnahmen eingehalten haben, um vor allem andere zu schützen«.

Stichtag: 28. Mai

Sie halte es für sinnvoll, »dass überall dort, wo ein negativer Antigentest eine Ausnahme beziehungsweise eine Erleichterung ermöglicht, diese automatisch auch für Geimpfte und Genesene gilt«, sagte Dreyer. Rheinland-Pfalz habe »deshalb bereits seit dem 11. April in der Corona-Bekämpfungsverordnung 14 Tage nach der zweiten Impfung die Geimpften den Getesteten gleichgestellt«. Dies gelte zum Beispiel für den Friseurbesuch oder den Zugang zur Außengastronomie. Je mehr Menschen geimpft seien, desto drängender stelle sich die Frage, »welche Schutzmaßnahmen noch aufrechterhalten…