Seit Längerem gibt es offene Fragen bei den Renovierungsarbeiten in der Dienstwohnung des britischen Premierministers Boris Johnson. Nun will die Wahlkommission eine offizielle Untersuchung einleiten. Diese soll der Vermutung nachgehen, dass Johnson die kostspielige Umgestaltung der Wohnung über private Spenden finanziert hat.

Es bestehe inzwischen ein »begründeter Verdacht«, dass bei der Renovierung »ein oder mehrere Verstöße begangen worden sein könnten«, teilte die Kommission nach der Auswertung von Dokumenten mit, die ihr von Johnsons Konservativer Partei zur Verfügung gestellt worden waren.

Die Frage, wer für die teure Renovierung von Johnsons Wohnung in der Downing Street aufgekommen ist, steht seit Längerem im Raum. Am Freitag hatte sein ehemaliger Chefberater Dominic Cummings in einem Blog geschrieben, Johnson habe private Spender für den Umbau aufkommen lassen wollen. Er, Cummings, habe sich damals geweigert, den Premier bei diesen Plänen zu helfen und ihm gesagt, dass diese »unethisch, töricht und möglicherweise illegal« seien.

Johnson hat sich mittlerweile selbst zu den Vorwürfen geäußert. Er habe die Renovierung persönlich bezahlt, sagte er dem Parlament in London. »Die Antwort ist, dass ich die Kosten übernommen habe und … natürlich gibt es eine Wahlkommission, die dies untersucht«, sagte er. Er habe sich vollständig an den Verhaltenskodex und den Ministerialkodex gehalten.

Johnson weist angebliche »Leichen«-Äußerung erneut zurück

In einer schriftlichen Stellungnahme an das Parlament hatte zuvor auch ein Regierungsvertreter versichert, Johnson habe die Renovierungskosten »aus eigener Tasche« getragen. Ob er dabei möglicherweise Spenden zurückgezahlt hatte, blieb offen. Die Wahlkommission ist in Großbritannien für die Überwachung der Wahl- und Parteienfinanzierung zuständig.

Johnson steht zudem derzeit wegen mutmaßlicher Aussagen zu einem weiteren Lockdown unter Druck. Er nehme lieber in Kauf, dass sich »die Leichen zu…