Bamf-Studie
Zahl der Muslime in Deutschland deutlich gestiegen

Nachtgebet in einer Moschee in Frankfurt am Main. 82 Prozent der Muslime in Deutschland halten sich laut der Studie für stark oder eher religiös. Foto: Arne Dedert/dpa

© dpa-infocom GmbH

In Deutschland leben rund 5,5 Millionen Muslime, fast eine Million mehr als vor fünf Jahren. Herkunft, Religiosität Integration – alles ist deutlich vielfältiger geworden, wie eine neue Studie zeigt.

Die Zahl der Muslime in Deutschland ist in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Das geht aus einer Studie hervor, die das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) im Auftrag der Deutschen Islamkonferenz erarbeitet hat.

Am Mittwoch wurde sie in Nürnberg gemeinsam mit dem Bundesinnenministerium vorgestellt. Demnach leben derzeit zwischen 5,3 und 5,6 Millionen Menschen muslimischen Glaubens in Deutschland, das entspricht einem Anteil von 6,4 bis 6,7 Prozent an der Gesamtbevölkerung. Im Vergleich zur letzten Hochrechnung im Jahr 2015 ist die Zahl der muslimischen Religionsangehörigen um rund 900.000 Personen gestiegen. Mit 47 Prozent sind fast die Hälfte deutsche Staatsbürger.

Die Türkei als Herkunftsland stellt mit 45 Prozent weiter den größten Anteil. 27 Prozent kommen inzwischen aber auch aus den muslimisch geprägten Ländern des Nahen Ostens und aus Nordafrika, fast 20 Prozent aus Südosteuropa. Die Fluchtbewegungen der Jahre 2015 und 2016 hätten nicht nur die Zahl der Muslime in Deutschland deutlich gesteigert, sondern auch die Anteile der Herkunftsländer unter den Muslimen verschoben, sagte Studienleiterin Anja Stichs.

So unterschiedlich die Herkunft, so verschieden ist auch die Religiosität. 82 Prozent hielten sich für stark oder eher religiös, 39 Prozent der Muslime in Deutschland beteten täglich, nur 30 Prozent der muslimischen Frauen und Mädchen trügen Kopftuch, sagte Stichs. Aber: Bei…