von Niels Kruse

27.04.2021, 17:51 Uhr

Joe Biden und Donald Trump könnten kaum unterschiedlicher sein, das zeigt sich auch in den ersten 100 Tagen ihrer Amtszeit: Während der eine täglich Alarm machte, regiert der andere nüchtern vor sich hin – ein Vergleich. 

In den ersten 100 Tagen im Amt hatte Donald Trump fast 1500 Tweets abgesetzt, rund zwei Dutzend Interviews gegeben, 29 Präsidentenverfügungen unterschrieben, eine Justizministerin entlassen, Streit mit der Nato, der Vorgängerregierung, dem Gouverneur von New York und der Presse angefangen.

Die Faktenchecker des Landes konnten damals in der Zeit vom 20. Januar bis zum 30. April 91 Lügen als solche entlarven. Vom angeblich gigantischen Publikum am Tag seiner Amtseinführung über die wiederholte Mär, er alleine hätte die Preise für F-35-Kampfjets um 600 Millionen Dollar gedrückt, bis hin zu einen erfundenen Terroranschlag in Schweden.

Das Spiel, jeden Tag so viele neue Sauen durchs Dorf zu treiben, dass das Quieken der anderen kaum noch zu hören war, beherrschte der 45. Präsident der Vereinigten Staaten wie kein anderer. Das alles ist genau vier Jahre her. Es wirkt wie eine halbe Ewigkeit.

Vielleicht weil das nur der Auftakt von Trumps Dauereskapaden-Präsidentschaft war, oder aber weil sein Nachfolger im Amt, Joe Biden, einen so ganz anderen Stil pflegt: pompös in der Sache, ruhig in der Verkaufe. Wäre da nicht diese lange Liste an Vorhaben und diese Summen im Billionen-Bereich (!), könnte man glatt den Eindruck bekommen, Biden würde seinem von Trump verpassten Spitznamen „Sleepy Joe“ (schläfriger Joe) alle Ehre machen. Was nach den vergangenen Jahren nicht mal die schlechteste Eigenschaft sein muss.

Auch Biden nimmt die Wahrheit nicht immer so genau

Auch Joe Biden twittert (21 Tweets seit Amtsantritt). Auch er nutzt das Netzwerk zum…