Wirtschaftspolitik
DIW-Präsident für Corona-Hilfen bis 2022

Ein Antrag auf Gewährung von Wirtschaftshilfe der Bundesregierung in der Corona-Krise. Foto: Robert Michael/dpa-Zentralbild/dpa

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Wie wird sich die Wirtschaft nach Ende der Corona-Pandemie entwickeln? Experten befürchten, dass ein zu frühes Ende staatlicher Hilfen langfristig böse Folgen hätte.

Deutschland muss nach Ansicht des Wirtschaftsforschungsinstitutes DIW noch länger viel Geld ausgeben, um coronageplagten Unternehmen eine Perspektive zu bieten. Die Wirtschaft brauche früh Zeichen, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher der «Passauer Neuen Presse».

«Dazu gehört, dass man die Wirtschaftshilfen nochmals deutlich verlängert – bis ins nächste Jahr hinein.» Dies gelte auch für das Kurzarbeitergeld.

Zudem plädierte der Chef des Deutschen Institutes für Wirtschaftsforschung bei den Maßnahmen zur Einschränkung der Infektionszahlen für klare Konzepte. «Die Unternehmen können sicher noch ein paar Wochen mit einem schärferen Lockdown umgehen – aber nicht mit Jo-Jo-Effekten von Öffnungen und Lockerungen.»

Insgesamt bemängelte Fratzscher, dass die Wirtschaftspolitik fast alles auf eine kurzfristige Stabilisierung gesetzt habe. «Der Strukturwandel aber wird weiter verschlafen.» Für Klimaschutz, Digitalisierung und Innovationen werde nicht genug getan. «Meine Sorge gilt nicht dem Neustart kurz nach der Pandemie, sondern der langfristigen Entwicklung», sagte Fratzscher. Es bestehe die Gefahr, dass der Neustart nur ein Strohfeuer sei und die strukturellen Probleme Deutschland mit Wucht in den kommenden Jahren träfen. «Deshalb sollte man nicht allzu euphorisch sein.»

dpa

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