Es war eine Sensation, als der Portugiese Fernão de Magalhães, der in Deutschland als Ferdinand Magellan berühmt wurde, im Jahr 1520 auf die Querroute zwischen dem Atlantischen und Pazifischem Ozean stieß. Im Jahr zuvor war der Seefahrer mit einer Schiffsflotte im Auftrag der spanischen Krone aufgebrochen. Sein Ziel: die indonesischen Molukken wo er Nelken, Muskat und Pfeffer laden sollte, teure Gewürze zu jener Zeit.

Eher zufällig entdeckte Magellan die Meerenge zwischen dem südamerikanischen Festland und dem südlichen Inselgeflecht. Für seine gewagte, von Meutereien, Hunger und Krankheiten begleitete Unternehmung sollte er teuer bezahlen: Magellan starb am 27. April 1521 auf der philippinischen Insel Mactan im Pfeilhagel einer Übermacht aus Inselbewohnern.

Der portugiesische Seefahrer Ferdinand Magellan

Kampferprobt und charismatisch

Magellan, um 1480 im Norden Portugals geboren, war Katholik und gehörte zum niederen Adel. Bereits in jungen Jahren bewährte er sich bei militärischen Einsätzen. Mit portugiesischen Gewürz- und Kriegsflotten gelangte er erstmals nach Indien oder auf die Malaiische Halbinsel. Acht Jahre lang kämpfte er auf kolonialen Kriegsschauplätzen in Asien und Nordafrika.

Muskatnuss wurde im Spätmittelalter mit Gold aufgewogen

Ab 1517 segelte Ferdinand Magellan aus Verärgerung über seinen portugiesischen König unter spanischer Flagge. Sein Dienstherr war nun König Karl I., später als Karl V. Kaiser des Heiligen Römischen Reiches. „Der spanische Theologe und Schriftsteller Bartolomé de Las Casas beschreibt Megallan als kleinwüchsig und eher unbedeutend ausschauend“, sagt der Historiker Christian Jostmann. Dafür sei er aber mit einem außergewöhnlichen Charisma ausgestattet gewesen. „Wenn es darauf ankam, war er ein brillanter Verkäufer und Selbstdarsteller, der die Menschen von sich, seinen Ideen und großen Zielen zu begeistern vermochte.“ Kein Wunder also, dass der Seefahrer den spanischen König überzeugen konnte,…