Die sonst üblichen Rentenerhöhungen bleiben in diesem Jahr aus. Das Bundeskabinett hat nach Angaben des Bundesarbeitsministeriums eine Verordnung gebilligt, mit der die bereits angekündigte Nullrunde bei den Altersbezügen im Westen umgesetzt wird. Die Ost-Renten steigen zum 1. Juli minimal um 0,72 Prozent – aber auch nur wegen der schrittweisen Anpassung an das Westniveau.

Begründet hatte Bundessozialminister Hubertus Heil (SPD) die Nullrunde mit der Coronakrise. Die Entwicklung der Rente ist an die Löhne gekoppelt. Diese waren im Coronajahr 2020 im Schnitt gesunken. Da eine Rentenkürzung durch eine gesetzliche Rentengarantie ausgeschlossen ist, bleiben die Bezüge nun im Westen auf dem aktuellen Niveau. Allerdings werden in den Folgejahren etwaige Rentenerhöhungen so lange halbiert werden, bis der Ausgleichsbedarf abgebaut ist.

Im Osten steigen die Renten in diesem Jahr dennoch leicht, weil der Rentenwert schrittweise bis 2024 an den im Westen angeglichen wird. Nach der Anpassung zum 1. Juli erreichen die dortigen Bezüge laut Ministerium 97,9 Prozent des Wertes im Westen.

Zum bislang letzten Mal kam es nach der Finanzkrise 2010 vor, dass eine Rentenerhöhung ausfiel. Seitdem sind die Renten jedes Jahr gestiegen.