Preiserhöhungen drohen
Ernüchterung nach Boom-Jahr in Baumärkten

Nach einem Jahr mit bis dahin unerreichten Wachstumsraten ist der gute Lauf der Bau- und Gartenfachmärkte im Moment unterbrochen. Foto: Nicolas Armer/dpa

© dpa-infocom GmbH

Das Corona-Jahr 2020 bescherte den Baumärkten Rekordumsätze. Doch plötzlich ist der Erfolgsfaden gerissen. Im aktuellen Lockdown brechen die Umsätze ein – und jetzt drohen auch noch Preiserhöhungen.

Die Baumärkte in Deutschland gehörten im Corona-Jahr 2020 zu den Gewinnern der Krise. Denn viele Bundesbürger nutzen die Pandemie, um die eigenen vier Wände oder den Garten zu verschönern. Doch jetzt drohen dort Preiserhöhungen bei vielen Produkten.

«Wir werden sicher nicht darum herumkommen, Preismaßnahmen vorzunehmen», sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Heimwerken, Bauen und Garten (BHB), Peter Wüst, in Köln. Lieferanten hätten auf breiter Front Preiserhöhungen angekündigt. Betroffen sind laut BHB Holz und Baustoffe ebenso wie Importprodukte aus Ostasien, bei denen sich gestiegene Logistikkosten auswirken.

Ohnehin scheint der gute Lauf, den die Bau- und Gartenfachmärkte zuletzt hatten, im Moment unterbrochen. Durch den aktuellen Lockdown seien die Umsätze bereits im ersten Quartal um rund 50 Prozent eingebrochen, berichtete Wüst. Ein Umsatzrückgang auch im gesamten Jahr 2021 scheine damit unvermeidlich. Das Problem: Während Baumärkte im ersten Lockdown weitgehend geöffnet bleiben durften, gelten sie aktuell nicht mehr als systemrelevant. Damit unterliegen sie den gleichen Beschränkungen wie etwa der Modehandel.

Das Corona-Jahr 2020 hatte der Do-it-yourself-Branche noch bis dahin unbekannte Wachstumsraten beschert. Die Umsätze stiegen um rund 14 Prozent auf gut 22 Milliarden Euro. Gefragt war in der Pandemie alles, was helfen konnte, den erzwungenen Aufenthalt in den eigenen vier Wänden…