Der Sprecher der Wiesnwirte, Peter Inselkammer, schätzte die Chancen Anfang des Monats noch auf »fifty-fifty« – laut Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter wird die Absage des Oktoberfestes auch in diesem Jahr nun aber immer wahrscheinlicher.

Im vorigen Jahr sei er fest davon ausgegangen, dass es 2021 das Oktoberfest wieder geben wird, sagte der SPD-Politiker der »Bild«-Zeitung. »Die Hoffnung wird von Woche zu Woche schwächer, wenn man ehrlich ist.«

Schon 2020 war das Oktoberfest wegen der Coronakrise ausgefallen, 2021 sollte auf der Theresienwiese eigentlich ab 18. September wieder das Bier in Strömen fließen. »Stand heute könnte es nach den geltenden Regelungen nicht stattfinden«, stellte der OB nun fest.

Man könne nicht sagen, dass die Pandemie in irgendeiner Art am Abklingen sei. »Und deswegen kann man sich derzeit nur schwer vorstellen, dass es der Welt größtes Volksfest geben kann.« Bereits vor wenigen Wochen hatte sich Reiter zurückhaltend zu den Chancen einer Wiesn in diesem Jahr geäußert.

»Die Leute wollen kommen«

Die Genehmigung oder Absage des Fests dürfte in den kommenden Wochen politisch heiß diskutiert werden, zumal nur gut eine Woche nach dem geplanten Beginn am 18. September Bundestagswahl ist. Bei den Festzelten stapeln sich den Wiesnwirten zufolge bereits die Reservierungsanfragen.

»Die Leute wollen kommen«, hatte Inselkammer vor wenigen Wochen gesagt. Die allermeisten Stammgäste hätten schon jetzt ihre Plätze gesichert. »Nur nur ganz wenige haben abgesagt.« Bei den Hotelbuchungen gebe es allerdings noch merkliche Zurückhaltung. Die meisten Reservierungen kämen von Gästen aus München und der Region; es gebe aber auch Anfragen aus dem Ausland. Inselkammer zeigte sich damals zuversichtlich. »Aber es hängt natürlich vor allem von den Impfungen ab.«

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) indes hat sich wie Reiter allerdings bereits skeptisch geäußert, hatte zuletzt aber noch keine abschließende Bewertung…