Das New Yorker Start-up Augustus Intelligence hat einen Insolvenzantrag nach US-Recht (»Chapter 11«) gestellt. Das geht aus einem Dokument hervor, das Augustus Intelligence am vergangenen Sonnabend bei einem Gericht in Delaware eingereicht hat. In der Stellungnahme heißt es, der Bargeldbestand sei »bedrohlich niedrig«. Das Verfahren ist nicht direkt mit einer deutschen Insolvenz vergleichbar. Unternehmen in den USA können auf diese Weise ihre Schulden restrukturieren.

Aus dem Bericht geht zudem hervor, dass die US-Börsenaufsicht seit dem 15. März gegen Augustus Intelligence ermittelt. Die SEC prüft demnach eine Beschwerde gegen das frühere Management der Firma, insbesondere im Zusammenhang mit der Kapitaleinwerbung des Start-ups.

Augustus Intelligence hatte bei 35 bis 40 prominenten Investoren insgesamt 33,5 Millionen Dollar eingeworben, darunter auch von einem Spross der deutschen Milliardärsfamilie von Finck. Dazu will das Unternehmen von zwei weiteren Investoren Zusagen über 80 Millionen Dollar erhalten haben. Doch nachdem die ersten 30 Millionen Dollar im vergangenen Sommer fast verbraucht waren, weigerten sich die beiden angeblichen Investoren, ihre zugesagten 80 Millionen Dollar einzuzahlen.

Unternehmen ist bestens vernetzt

Der SPIEGEL hatte im vergangenen Jahr Unregelmäßigkeiten bei Augustus aufgedeckt. Aufsehen erregte dabei insbesondere die Rolle des CDU-Abgeordneten Philipp Amthor. Der konservative Jungstar hatte für das Unternehmen bei Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) lobbyiert und Aktienoptionen sowie einen Direktorenposten erhalten. Die SPIEGEL-Enthüllungen behandelten aber auch die Frage, ob Augustus Intelligence seine Kunden, Mitarbeiter und Investoren betrogen hat. Eine Frage, die nun möglicherweise auch die SEC-Untersuchung beschäftigt.

Augustus sitzt im New Yorker One World Trade Center und ist auf dem Gebiet der künstlichen Intelligenz unterwegs. Nach eigenen Angaben vertreibt die Firma Software zur Gesichts- und…