Es ist Eile geboten beim Kampf gegen den Klimawandel – soviel ist sicher. Aber während es bei den Diskussionen um Strategien zum Klimaschutz vor allem um die Reduzierung von Kohlendioxid geht, wird ein weitaus potenteres Klimagas gerne übersehen: Methan.

Es entsteht beispielsweise bei der Rinderzucht und wird durch den Verdauungsvorgang von Kühen freigesetzt oder bei der Förderung fossiler Brennstoffe. Und im vergangenen Jahr hatten die Emissionen dieses Treibhausgases einen neuen Höchststand erreicht. Dabei liegt der Anteil von Methan an der Erderwärmung weit unter dem von Kohlendioxid.

Aber eine Studie kommt nun zu dem Ergebnis, dass gerade die Reduktion von Methan-Emissionen entscheidend dabei helfen könnte, die Ziele des Pariser Klimaabkommens zu erreichen, die Erderwärmung im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf deutlich unter zwei Grad Celsius zu begrenzen.

Die Arbeit, erschienen in der Fachzeitschrift »Environmental Research Letters«, hat errechnet, dass umfassende Strategien mit den bereits bestehenden Technologien die Methan-Emissionen bis 2030 um die Hälfte reduzieren könnten. Dadurch würden Folgen des Klimawandels wie steigende Meeresspiegel oder Schäden in den Ökosystemen verlangsamt, schreibt das Team um Ilissa Ocko, leitende Klimawissenschaftlerin beim Environmental Defense Fund und eine der Hauptautorinnen der Studie.

Schnelle Maßnahmen zur Reduzierung der Methan-Emissionen könnten die Erwärmung der Erde um 30 Prozent verlangsamen, schreiben die Forscher. »Wir kommen zu dem Ergebnis, dass die Ausweitung und der Einsatz stark ungenutzter, aber verfügbarer Maßnahmen zur Minderung der Emissionen in naher Zukunft signifikante Temperaturvorteile haben wird, die über die Vorteile langsamer oder verzögerter Maßnahmen hinausgehen«, so die Studie.

Dazu gehören laut den Forschern die Eindämmung von Öl- und Gaslecks, die Sanierung stillgelegter Kohlegruben, mehr Futterergänzungsmittel für Rinder und der breitere Einsatz von…