Viele Einzelgeschichten und Sorgen wurden im Bürgergespräch von Kulturschaffenden an Bundeskanzlerin Angela Merkel herangetragen. Etwa von einer Buchhändlerin, die nicht versteht, warum ein Supermarkt Bücher verkaufen darf, sie aber nicht. Dann die Kinobetreiberin, der ohne Filme auch die Gelder aus der Filmförderung fehlen, oder die Schauspielerin, die fürchtet in die Sozialhilfe abzurutschen, weil selbst Fördergelder nicht zum Leben reichen.

Vierzehn Kulturschaffenden stand Angela Merkel Rede und Antwort

Vierzehn ausgewählte Menschen aus verschiedenen kulturellen Bereichen konnten der Bundeskanzlerin ihre persönliche Situation schildern und Fragen stellen. In der Reihe „Die Bundeskanzlerin im Dialog“ steht Angela Merkel regelmäßig im direkten Austausch mit Bürgerinnen und Bürgern aus allen Regionen Deutschlands. Wegen der Pandemie finden die Gespräche derzeit via Videostreaming statt.

Kultur im Dauerlockdown

„Die Pandemie hat Kunst- und Kulturschaffende besonders getroffen. Wir tun alles dafür, damit unser gemeinsames kulturelles Leben auch in Zukunft eine Chance hat.“ Wie ein Logo stand das Zitat von Angela Merkel auf dem Eingangsbild zum Videostream. Das „Alles“ längst nicht genug ist, und viele Corona-Maßnahmen für den Kulturbetrieb nicht logisch erscheinen, wurde im Verlauf des Gesprächs deutlich.

Die Wiedereröffnung der Kinos liegt in Deutschland noch in weiter Ferne

Erst vor einigen Tagen hatten bekannte deutsche Theater- und Fernsehschauspieler und Schauspielerinnen ihrem Unmut Luft gemacht. In sarkastischen Videoclips kritisierten sie die Corona-Politik der Bundesregierung. Sicherlich auch vor diesem  Hintergrund stand die Eingangsfrage im Raum, ob Angela Merkel den Frust der Leute verstehen könne.

„Frust, klar kann ich das nachvollziehen“, sagte Merkel, denn schließlich lebten viele Künstler gerade durch die Darstellung ihrer Emotionen durch Wort, Musik oder in Ausstellungen. „Dass man da seinen Beitrag zur jetzigen Zeit darstellen…