In Bayern sollen Geimpfte ab Mittwoch wieder mehr Freiheiten zurückerhalten. »Wer zweimal geimpft ist, muss ab morgen keine Tests mehr vorlegen«, sagte der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) in München nach einer Sitzung des Kabinetts. Auch die Kontaktquarantäne soll dann wegfallen. »Geimpfte brauchen mehr Rechte«, sagte Söder, »für mich ist das selbstverständlich«.

Mit der Regelung greift Söder einer für Ende Mai geplanten Bundesverordnung vor. Am Montag hatten sich die Ministerpräsidentinnen und Ministerpräsidenten der Länder mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) bei einem Impfgipfel darauf geeinigt, Geimpften und Genesenen bald wieder mehr Freiheiten zuzugestehen. Eine genaue Ausgestaltung wurde jedoch nicht besprochen – die Regierung soll eine Verordnung auf den Weg bringen. Diese soll laut Regierungssprecher Steffen Seibert kommende Woche gemeinsam von Justiz- und Innenministerium vorgelegt werden. Bundestag und Bundesrat müssen die Verordnung dann absegnen.

Söder führte die Verordnung für Bayern nun eigenmächtig ein. Gleichzeitig stellte er klar, dass weiterhin Masken- und Abstandspflicht für alle gelte. Die zurückgegebenen Freiheitsrechte brächten keinen Anspruch auf weitere Öffnungen mit sich. »Es können sich jetzt nicht 200 Geimpfte vor ein Schwimmbad stellen und die Öffnung verlangen«, so Söder.

Impfpriorisierung soll Mitte Mai fallen

Auch das Impftempo will der CSU-Chef eigenmächtig erhöhen. So sei geplant, bereits Mitte Mai die Impfpriorisierung aufzuheben, »nicht erst im Juni«, wie es Bund und Länder am Montag vereinbart hatten. Söder will dazu den Hausärztinnen und Hausärzten mehr Verantwortung geben und auch Betriebsärzte dazuholen. Die Impfzentren sollen bestehen bleiben, »aber wir werden von der Impfstoffmenge sukzessive den Ärzten mehr geben«. Im Juni dann solle auch mehr Jungen ein Impfangebot gemacht werden, vor allem Abiturienten und beruflichen Abschlussklassen. »Wir müssen auch Signale setzen…