Nicht weit von den beliebten Küstenorten Long Beach und Huntington Beach in Los Angeles haben Forscher eine gigantische Mülldeponie im Meer entdeckt. Bis zu 25.000 Fässer liegen tief im Pazifik vor der kalifornischen Küste. Möglicherweise sind sie mit dem Insektengift DDT gefüllt, Tests dazu stehen allerdings noch aus, berichten Wissenschaftler des Scripps Institution of Oceanography, einer Abteilung der Universität von Kalifornien in San Diego.

Der Fundort liegt zwischen Santa Catalina Island und dem Festland, nur etwa 20 Kilometer von der südkalifornischen Küste entfernt. In dem Gebiet wurden zuvor hohe Konzentrationen der giftigen Chemikalie in den Sedimenten und im Ökosystem festgestellt. In der Region wurde seit Langem eine Unterwasser-Giftmülldeponie vermutet, die bis auf die Zeit des Zweiten Weltkriegs zurückgeht, heißt es in einer Mitteilung. Allerdings ist der genaue Standort und das Ausmaß der Deponie teils nicht mehr bekannt gewesen.

Alte Schifffahrtsprotokolle zeigten, dass Industrieunternehmen in Südkalifornien das Meer als Verklappungsgebiet nutzten, bis 1972 ein Gesetz dagegen in Kraft trat – der Marine Protection, Research and Sanctuaries Act.

Um das Ausmaß der Verklappung zu beziffern und das Gebiet zu benennen, in dem die Fässer liegen, haben die Forscher nun mit Sonarsonden und Tauchrobotern gearbeitet und systematisch den Meeresboden abgesucht. An der Expedition mit dem Forschungsschiff »Sally Ride« war ein Team von mehr als 30 Wissenschaftlern und Ingenieuren beteiligt, die rund um die Uhr im Einsatz waren.

Sie kartierten mehr als 36.000 Hektar des Grundes zwischen Santa Catalina Island und der Küste von Los Angeles. Es sei überwältigend, wie groß das Gebiet sei, sagte Eric Terrill, leitender Wissenschaftler der Expedition und Direktor des Marine Physical Laboratory am Scripps. Demnach liegen die Fässer 900 Meter unter der Oberfläche entlang des steilen Meeresbodens. Nun soll durch Sedimentproben am Fundort bestätigt…