In Zeiten von Niedrigzinsen lohnt sich das Geschäft mit Lebens- und Rentenversicherungsverträgen immer weniger – sowohl für die Kundinnen, als auch für die Versicherer. Künftig bekommen Verbraucher, die mit solchen Policen in der Vergangenheit häufig einen großen Teil ihrer privaten Altersvorsorge bestritten haben, beim Abschluss neuer Lebensversicherungen einen noch deutlich geringeren Garantiezins.

Ab dem 1. Januar 2022 dürfen die Versicherer bei Neuverträgen maximal noch eine jährliche Verzinsung von 0,25 Prozent versprechen. Die entsprechende Änderung wurde im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Bisher lag der Garantiezins – auch Höchstrechnungszins genannt – bei 0,9 Prozent.

Der Garantiezins begrenzt das Zinsversprechen, das die Versicherer über die gesamte Laufzeit des Vertrages geben dürfen. Ein niedrigerer Garantiezins bringt die Anbieter von Riester-Renten in eine Zwangslage, weil sie dabei zugleich sicherstellen müssen, dass ihre Kunden am Ende der Laufzeit zumindest die eingezahlten Beiträge und die staatlichen Zulagen zurückerhalten.

»De-facto-Beerdigung der Riester-Rente«

Bei anderen Verträgen hatte im Herbst etwa mit der Allianz Deutschlands größter Lebensversicherer angekündigt, nicht mehr den hundertprozentigen Erhalt ihrer eingezahlten Beiträge zu garantieren. Man wolle nur noch Verträge verkaufen, bei denen zum Ende der Ansparphase nur 60, 80 oder 90 Prozent garantiert sind.

Durch den nun niedrigeren Garantiezins fürchten die Versicherer auch um die Zukunft der Riester-Rente. »Viele Riester-Anbieter werden sich ab 2022 vom Markt zurückziehen«, warnte der Hauptgeschäftsführer des Versicherer-Verbandes GDV, Jörg Asmussen. Die betroffenen Anbieter könnten unter dem neuen Höchstrechnungszins den vom Gesetzgeber verlangten 100-Prozent-Beitragserhalt nicht mehr garantieren. »Das führt zu einer De-facto-Beerdigung der Riester-Rente.«

Asmussen appellierte an die Politik, in einer Teilreform deshalb vor der Bundestagswahl die…