Nur mit Mühe halten sich der Mann und die Kinder der ermordeten Polizistin Stéphanie Montfermé aufrecht an diesem strahlend-warmen Frühlingstag, der so wenig zu der Stimmung auf dem Platz vor dem Rathaus von Rambouillet passt.

Mehr als tausend Bürger sind am frühen Montagabend zu der Trauerfeier für die Polizistin gekommen, außerdem der Senatspräsident, der Innenminister, die Präsidentin der Region Île-de-France. Auf den TV-Bildern ist zu sehen, wie sie stumm der Bürgermeisterin zuhören, die Marseillaise anstimmen und der Toten applaudieren.

»Du bist nicht mehr da, wo Du warst. Aber Du bist nun überall, wo wir sind«, zitiert die Bürgermeisterin den Schriftsteller Victor Hugo. Links von ihr steht die Familie der getöteten Polizistin – ihre beiden Töchter, 13 und 18 Jahre alt, ihr Mann, ihre Eltern.

Es war der siebzehnte Anschlag auf Sicherheitskräfte seit 2014

Die Polizistin Montfermé war am vergangenen Freitag im Kommissariat von Rambouillet mit gezielten Messerstichen in Bauch und Hals getötet worden. Der Angreifer, ein 36-jähriger Tunesier, der seit 2009 in Frankreich lebt, hatte sie von ihrem Weg vom Parkplatz in das Gebäude verfolgt und bedrängt. Montfermé trug weder Uniform noch Waffen, sie arbeitete in der Verwaltung. Das reichte offenbar, um zur Zielscheibe zu werden. Als Symbol der Republik.

»Wir wissen jetzt, der Terror kann überall zuschlagen, an irgendeinem Ort, es kann jeden treffen«, sagte Montfermés verzweifelte Schwester gegenüber dem Fernsehsender BFMTV. Die 26.000-Einwohner-Gemeinde Rambouillet gehört nicht zu den Problemvororten der Hauptstadt. Der friedliche, eher wohlhabende Ort liegt im satten, grünen Südwesten von Paris. Dort, wo man wohnt, wenn man seine Ruhe haben will.

»Wenn man morgens aus dem Haus geht, kann man nicht mehr sicher sein, dass man am Abend noch lebt«

Ein Polizist in Roubaix am Montagabend

Es ist der siebzehnte Anschlag auf Sicherheitskräfte des Landes seit 2014. Auch deshalb ist die…