Werbe-Blockade
iOS 14.5: Gegen dieses Update hat Facebook gekämpft – und verloren

Das Werbe-Tracking müssen die Nutzer mit iOS 14.5 aktiv erlauben

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von Malte Mansholt

27.04.2021, 16:31 Uhr

Mit dem neuesten iPhone-Update dreht Apple einem guten Teil der Werbe-Spionage den Hahn zu. Facebook und Co. gefällt das gar nicht.

„Wir werden das abstellen“ – mit dieser ungewohnt offenen Ansage gegenüber einem Konkurrenten überraschte Apple im Sommer 2018 bei seiner Entwicklermesse WWDC. „Das“ bezog sich auf die Fähigkeit der Internet-Konzerne, die Nutzer auf Schritt und Tritt zu verfolgen. Und Apples Software-Chef Craig Federighi gab sich keine Mühe zu verhehlen, wer da gerade angegriffen wurde: Während seiner Ausführung wurde hinter ihm die Startseite von Facebook gezeigt. Gestern machte Apple dann endgültig ernst. Und machte Facebook zum Verlierer eines erbitterten Kampfes.

Mit dem gestern erschienen iOS 14.5 überlässt es Apple nun den Nutzern, ob sie von den Internet-Riesen auch über andere Webseiten und Apps verfolgt werden wollen. Das Ausmaß, in dem das vorher möglich war, dürfte nur den allerwenigsten Nutzern bewusst gewesen sein. Werbenetzwerke konnten die Nutzer nicht nur in den Apps identifizieren, die sie gerade nutzten. Sie wussten auch, welche Apps sie noch öffneten, was sie dort trieben und welche Webseiten sie besuchten. Jetzt geht das nur noch, wenn die Nutzer dem aktiv zustimmen: In der Standardeinstellung ist die Option abgeschaltet. 

Tracking nur mit Zustimmung

Genau diese Entscheidung Apples ist den Werbefirmen und allen voran Facebook ein Dorn im Auge. Denn natürlich ahnen auch sie, dass nur ein Bruchteil der Nutzer diese Art der Überwachung tatsächlich will – und noch weniger die Mühe auf sich nehmen, sie dann auch noch aktiv einzuschalten. Das dürfte die Werbebranche empfindlich…